Der HSV hat gegen den 1. FC Köln seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Aus Sicht von Said El Mala spiegelte dieses Ergebnis den Spielverlauf aber nur bedingt wieder.
„Es hat schon wehgetan, nicht zu gewinnen oder einen Punkt mitzunehmen“, sagte El Mala im Nachgang der Partie bei Radio Köln. Seine Analyse fiel eindeutig aus: „Wir waren das dominantere Team und wurden mit leichten Gegentoren bestraft.“
Ein Blick auf die Zahlen liefert dafür tatsächlich Argumente. Vor allem in der ersten Hälfte hatten die Gäste lange mehr vom Spiel. Bis zum Führungstreffer des HSV kurz vor der Pause war Köln das klar tonangebende Team. Auch über die gesamten 90 Minuten besaßen die Rheinländer mit 68 Prozent deutlich mehr Ballbesitz.
Allerdings entwickelte sich aus dieser optischen Überlegenheit nur selten eine klare Kölner Dominanz. Beide Mannschaften kamen auf drei Großchancen, beim Expected-Goals-Wert lag der HSV am Ende sogar leicht vorne. Zwar gab der FC insgesamt mehr Abschlüsse ab, dafür brachten die Hamburger ihre Versuche öfter auf den gegnerischen Kasten.

HSV-Defensive überzeugt gegen El Mala
Auch El Mala selbst konnte im Volkspark nur teilweise überzeugen. Zwar verzeichnete der 20-Jährige vier Torschüsse, 63 Ballkontakte und eine Passquote von 85 Prozent. In den direkten Duellen hatte er allerdings große Probleme: Nur 24 Prozent seiner Zweikämpfe gewann er, bei seinen Dribblings waren lediglich 27 Prozent erfolgreich. Nicolás Capaldo und vor allem der starke Rechtsverteidiger Zakaria El Ouahdi bekamen den Kölner in den Griff.
Einen Punkt räumte El Mala selbst ein: „Wir müssen uns ankreiden, dass wir die Tore nicht gemacht haben.“ Genau darin lag letztlich der entscheidende Unterschied. Köln hatte mehr Ball und phasenweise mehr Kontrolle, der HSV war vor dem Tor aber konsequenter.
El Malas Aussage ist deshalb nicht falsch. Sie greift als Beschreibung allerdings etwas zu kurz. Trotzdem stimmt: Eine Punkteteilung hätte sich der HSV angesichts des Spielverlaufs durchaus gefallen lassen müssen.

