Unter Fußballfans wird häufig über das sogenannte „verflixte zweite Jahr“ gesprochen. Das ist auch unter HSV-Anhängern nicht anders.
HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes hält von solchen Gedankenspielen allerdings wenig. Im Trainingslager im österreichischen Längenfeld bezog der 33-Jährige gegenüber Sport1 in aller Deutlichkeit Stellung. Auf die regelmäßig diskutierte These angesprochen, dass die zweite Saison nach dem Aufstieg oft die schwierigste sei, erklärte der Torhüter unmissverständlich: „Von solchen Aussagen halte ich gar nichts, weil es nur an uns liegt. Es ist egal, wie lange du in der Bundesliga spielst. Es wird immer herausfordernd sein. Diese Herausforderung nehmen wir an, wir wissen auch um unsere Stärken.“
Tatsächlich zeigen Statistiken, dass Bundesliga-Neulinge häufiger in ihrer zweiten als in ihrer ersten Saison wieder absteigen. Auch die neue HSV-Sportvorständin Kathleen Krüger verwies zuletzt darauf, dass Vereine nach einem überstandenen Premierenjahr im Oberhaus meist bessere Chancen auf den Klassenerhalt besitzen.

Heuer Fernandes definiert seine HSV-Rolle
Heuer Fernandes scheint genau dieser Sichtweise zu folgen. Der Routinier geht inzwischen in seine siebte Saison beim HSV und hat die Entwicklung des Vereins aus nächster Nähe erlebt. Nachdem seine Rolle als Nummer eins über Jahre hinweg immer wieder infrage gestellt wurde, zählt er mittlerweile zu den wichtigsten Führungsspielern im Kader. Erst im Sommer verlängerte der Deutsch-Portugiese sein Arbeitspapier ein weiteres Mal und steht jetzt bis 2028 unter Vertrag.
Trotzdem bleibt die Situation zwischen den hanseatischen Pfosten spannend. Mit dem norwegischen Nationalkeeper Sander Tangvik steht ein hochveranlagter Herausforderer bereit. Heuer Fernandes zeigt sich davon jedoch unbeeindruckt: „Ich muss so weitermachen, wie ich es die ganzen letzten Jahre gemacht habe. Vollgas geben, der Mannschaft helfen und Sachen einfordern, damit wir als Mannschaft besser werden. Das ist meine Rolle und die nehme ich an.“

