Ein erstes Testspiel ist grundsätzlich mit vielen Wechseln verbunden. Beim HSV kam mit Jean-Luc Dompé ein arrivierter Akteur erstaunlich spät zum Zug.
Es dauerte bis zur 77. Minute, als das Trainerteam um Merlin Polzin seine neunte und finale Auswechslung vornahm. Dompé ersetzte Youngster Louis Lemke. Noch vor dem Aufstiegshelden betraten ebenfalls offensiv ausgerichtete, aber im Profifußball noch komplett unerfahrene Nachwuchsspieler wie Jannes von Diczelski oder Thierry Sedlatschek das Spielfeld. Eine bemerkenswerte Entwicklung, die das sportlich bislang nahezu komplett misslungene Jahr des Aufstiegshelden widerspiegelt.
Durch seine Trunkenheitsfahrt im Januar und wenig überzeugenden Leistungen im Anschluss verlor er intern den Status als Schlüsselspieler, wurde in den letzten Begegnungen der abgelaufenen Spielzeit schon gar nicht mehr eingesetzt. Nun erhielt Lemke auf der linken Seite den Vorzug, wobei Merlin Polzin auf das von ihm gewählte 3-4-2-1-System verwies, das für die äußeren Positionen nur einen Schienenspieler vorsieht (via Bild): „Es ist eine Position, wo du viel hoch- und runterlaufen musst. Das ist vielleicht nicht seine Stärke.“

Polzin: Kompliment für den Nachwuchs ist auch eine Kritik an Dompé
Tatsächlich rückte nach dem Wechsel der zuvor als Stürmer fungierende Rayan Philippe an die Stelle von Lemke, während Dompé die halblinke Zehnerposition übernahm. Nennenswerte Akzente konnte er nicht mehr setzen. Ohnehin sei der Franzose laut Bericht auch in den bisherigen Trainingseinheiten vor allem durch Diskussionen mit seinen Mitspielern aufgefallen. Darüber hinaus hätten seine Fitnesswerte bei den Leistungstests im unteren Bereich gelegen.
„Die Jungs, die vor ihm reingekommen sind, haben gute Leistungen gezeigt. Dann bewertest du das als Trainer und setzt die Jungs dementsprechend ein“, so Polzin vielsagend. Mit Blick auf den sich ansprechend einfügenden Lemke fügte er noch an: „Louis hat ein bisschen mehr gespielt, das hat er sich verdient.“
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Der 16-Jährige dürfte auch in den nächsten Testspielen regelmäßig Einsatzzeiten erhalten und sich bei guten Leistungen sogar im Profikader etablieren. Beim noch bis 2027 gebundenen Dompé erscheint es dagegen zunehmend fraglicher, ob zu seinen bislang 113 absolvierten Pflichtspielen im HSV-Dress noch ein weiteres hinzukommen wird.
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