Noch vor wenigen Tagen schien HSV-Leistungsträger Nicolas Capaldo dem ganz großen Traum überraschend nah zu sein.
Nachdem der 27-Jährige zunächst nicht in Argentiniens endgültigen WM-Kader berufen worden war, eröffneten mehrere Verletzungen im Aufgebot von Weltmeister-Coach Lionel Scaloni plötzlich neue Möglichkeiten. Vor allem der Ausfall von Innenverteidiger Leandro Balerdi ließ die Hoffnung auf eine Nachnominierung wachsen.
Nach dem letzten WM-Test gegen Island dürfte eben jene Hoffnung allerdings deutlich kleiner geworden sein. Argentinien setzte sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zwar souverän mit 3:0 gegen die Skandinavier durch, für Capaldo verlief der Abend jedoch enttäuschend. Das HSV-Ass saß über die gesamte Spielzeit auf der Bank und erhielt keine weitere Gelegenheit, Werbung in eigener Sache zu betreiben.
Nachdem er wenige Tage zuvor gegen Honduras sein Debüt für die Albiceleste gefeiert hatte, ist das die erste schlechte Nachricht im Kampf um das letzte freie WM-Ticket.

HSV stellt wohl keinen weiteren WM-Fahrer
Die zweite könnte sogar noch schwerer wiegen: Seine direkten Konkurrenten lieferten. Besonders Agustín Giay wusste als Rechtsverteidiger zu überzeugen. Entsprechend positiv äußerte sich Scaloni nach dem Spiel: „Die heutige Vorstellung hat mich sehr zufrieden gestellt und viele meiner Zweifel ausgeräumt.“
Auch an anderer Stelle entspannte sich die Personalsituation für den Titelverteidiger. Rechtsverteidiger Gonzalo Montiel feierte nach überstandenen Beschwerden sein Comeback. Zudem bestätigte Scaloni bereits, dass sowohl Montiel als auch Mittelfeldspieler Leandro Paredes bei der Weltmeisterschaft dabei sein werden. Damit fallen zwei potenzielle Nachrück-Szenarien weg, von denen Capaldo hätte profitieren können.
Endgültig ausgeträumt ist sein WM-Traum aber noch nicht. Trotz des immer näher rückenden WM-Starts kündigte Scaloni an: „Es könnte noch ein oder zwei Tage dauern, bis wir den Nachfolger von Balerdi bekannt geben.“ Die Tür steht also weiterhin einen Spalt weit offen. Nach den Entwicklungen gegen Island spricht jedoch immer weniger dafür, dass sie sich für den HSV-Profi noch einmal weit genug öffnen wird.

