Am heutigen Montagabend steigt das mit Spannung erwartete Relegationsrückspiel zwischen dem SC Paderborn und VfL Wolfsburg. Auch der HSV wird genau hinschauen.
Denn die Begegnung könnte positive Auswirkungen auf die Finanzen haben. Sollte den Ostwestfalen der dritte Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte gelingen, würde der Hamburger SV in der TV-Geld-Tabelle neben dem FC St. Pauli und 1. FC Heidenheim noch Wolfsburg hinter sich lassen und in der kommenden Spielzeit 1,5 Millionen Euro mehr Geld erhalten. Bislang befand er sich nach siebenjähriger Zweitliga-Zugehörigkeit am Ende der Rangliste und erhielt nur 31,4 Millionen Euro aus den TV-Töpfen.
Zum Vergleich: Selbst an Heidenheim – das sich in seiner Bundesliga-Debütsaison direkt für Europa qualifizierte – flossen 37,2 Millionen Euro, an Wolfsburg sogar 50,7 Millionen. Die möglichen Mehreinnahmen hätten sogar auf 2,3 Millionen Euro ansteigen können, wenn der HSV die Führung bei Bayer Leverkusen ins Ziel gebracht hätte. Dann hätte er die Saison nämlich auf Rang elf statt 13 abgeschlossen.

Die Relegation hat sportliche Folgen für den HSV
Auch sportlich besitzt das Relegationsrückspiel für den HSV durchaus Bedeutung, da es enormen Einfluss auf die Ausgangslage für die Saison 2026/27 besitzt. Bei einem Paderborner Sieg – das Hinspiel endete torlos – gebe es nämlich erstmals seit 2019 drei Bundesliga-Aufsteiger. Neben Schalke 04 würde es sich dabei mit der SV Elversberg und eben das bei seinen bisherigen Ausflügen ins Oberhaus klar unterlegende Paderborn um zwei krasse Außenseiter handeln, die jeweils hervorragende Arbeit leisten, aber nicht die wirtschaftlichen Ressourcen haben, um einen vollends Bundesliga-tauglichen Kader zusammenzustellen.
Aus Hamburger Sicht würden sich die Chancen auf den Klassenerhalt daher deutlich erhöhen, sollte es trotz der wahrscheinlichen Abgänge von Leistungsträgern wie Luka Vuskovic oder Fábio Vieira zu erwarten sein, Paderborn und Elversberg hinter sich zu lassen. Weiter gibt es mit Rückkehrer Schalke, Werder Bremen oder dem 1. FC Köln weitere Klubs, mit denen aktuell mindestens Augenhöhe besteht.
Nur die Raute – von HSV-Fans für HSV-Fans
Sollte sich jedoch der VfL Wolfsburg trotz einer katastrophalen Saison mit nur 29 Zählern für eine weitere Bundesliga-Jahr qualifizieren, könnte ein Abstiegskandidat weniger vorhanden sein. Bei aller Misswirtschaft können sich die Wölfe nämlich auf die Unterstützung von Autohersteller Volkswagen verlassen, der pro Saison zwischen 70 und 80 Millionen Euro zur Verfügung stellt. Deshalb genügt allenfalls durchschnittliche Arbeit, um eine Mannschaft zu formen, die sich nicht näher mit dem Tabellenkeller auseinandersetzen muss und eine deutlich höhere individuelle Qualität als der HSV vorweist.
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