Für Sander Tangvik dürfte sich das Saisonfinale gegen Bayer Leverkusen gleich doppelt gelohnt haben. Der HSV-Torhüter spielte beim 1:1 gegen die Werkself groß auf.
Nur fünf Tage später wurde der Norweger mit einer Nominierung für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexico honoriert. „Dieses Spiel hat ihm ein wenig geholfen“, gab auch Nationaltrainer Stale Solbakken (via Bild) zu.
Besonders bemerkenswert: Tangvik schaffte es zwar bereits ins Aufgebot, hat bislang aber noch kein A-Länderspiel für die Skandinavier absolviert. Solbakken machte dennoch deutlich, wie hoch der 23-Jährige in seinem Heimatland geschätzt wird. Vor allem aber adelte Solbakken den HSV-Keeper mit einer bemerkenswerten Aussage: „Wir haben uns für Sander entschieden, weil wir glauben, dass er unser nächster großer Torwart werden wird.“

Sander Tangvik: WM trotz Nummer-Zwei-Status beim HSV
Diese Worte dürften aus Sicht von Tangvik runtergehen wie Öl. Denn beim HSV saß der Youngster zuletzt fast ausschließlich auf der Ersatzbank, war nach seinem Winterwechsel von Rosenborg BK nur die Nummer zwei hinter Daniel Heuer Fernandes. Für rund 2,6 Millionen Euro hatten die Rothosen den 1,93 Meter großen Schlussmann verpflichtet und bis 2030 gebunden. Spielpraxis erhielt er allerdings kaum, was sich wegen der bevorstehenden Verlängerung von Daniel Heuer Fernandes nicht allzu schnell ändern dürfte.
„Um für sein Land dabei zu sein, sollte man im Verein spielen“, hatte Tangvik noch vor wenigen Wochen erklärt. Da er beim HSV „zuletzt nicht gespielt“ habe, könne der Nationaltrainer seine Form nur schwer beurteilen. Doch der Gala-Auftritt in Leverkusen und das große Talent des Schlussmannes reichten Solbakken für eine Nominierung. Entsprechend groß dürfte die Erleichterung bei Tangvik sein, der in Nord- und Mittelamerika mit Egil Selvik und Orjan Nyland um einen Platz zwischen den Pfosten konkurrieren wird.

