Uli Stein war dabei, als der HSV 1983 den Europapokal der Landesmeister und damit den größten Titel seiner Vereinsgeschichte gewann.
Im legendären Finale von Athen trug der frühere Torwart maßgeblich zum Hamburger Erfolg über das Starensemble von Juventus bei. Stein agierte gewohnt zuverlässig und sorgte mit einer unaufgeregten Leistung dafür, dass die Rothosen den Henkelpott in den Nachthimmel der griechischen Hauptstadt recken konnten.
Von derartigen Momenten ist der HSV heute meilenweit entfernt. Nach sieben Jahren im Unterhaus kämpft der Klub drei Spieltage vor Saisonende um den Klassenerhalt in der Bundesliga – mit guten Karten. Trotz einer Negativserie von sechs Spielen ohne Sieg beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz weiterhin fünf Punkte.
Stein geht deswegen fest vom Klassenerhalt seines Ex-Klubs aus. „Auch wenn die Resultate zuletzt nicht mehr so gut waren, kann ich mir nicht vorstellen, dass da noch etwas anbrennt“, erklärte im Mopo-Interview. Ganz grundsätzlich müsse sich der HSV „erst mal in der Liga stabilisieren“.

Stein zieht Vergleich zu kommendem HSV-Gegner
Mit Blick auf die Zukunft besitzt der 71-Jährige jedoch deutlich ambitioniertere Ansprüche. „Um wirklich groß angreifen zu können, wirst du dann irgendwann wieder international spielen müssen, und wenn es zunächst mal in der Conference League wäre“, sagt der Ex-Keeper und stellt klar: „Das Ziel des HSV muss es sein, mittelfristig ein Top-Sieben-Klub der Bundesliga zu werden.“
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Als Vorbild könnte den Hanseaten ausgerechnet Steins zweiter Ex-Verein dienen. Zwischen 1987 und 1994 lief der gebürtige Hamburger für Eintracht Frankfurt auf. Während sich der HSV in den vergangenen Jahren mehrfach erfolglos am Wiederaufstieg versuchte, habe sich „die Eintracht zu einem europäischen Spitzenklub entwickelt“, so Stein. „Der Verein hat sich mehrere Jahre lang auf einem hohen Niveau stabilisiert“.
Das Erfolgsgeheimnis: „Die Eintracht hat es hinbekommen, viele Jahre lang auf dem Transfermarkt ein gutes Händchen zu haben. Das gilt auch für den Zeitpunkt, Spieler im passenden Moment wieder teuer abzugeben.“ Tatsächlich ist die SGE dem HSV finanziell aktuell meilenweit voraus. Das spiegelt sich nicht zuletzt im Kader-Marktwert der Hessen wider, welcher den hanseatischen um rund 220 Millionen Euro übersteigt. Die Favoritenrolle für das direkte Duell am Samstag (15.30 Uhr, Sky) ist also klar verteilt.

