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Nur die Raute » Erklärt das die Torflaute? Hier ist der HSV abgeschlagen Schlusslicht
Fußball NewsHSV News

Erklärt das die Torflaute? Hier ist der HSV abgeschlagen Schlusslicht

Philipp Overhoff
Philipp Overhoff
29. April 2026
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Merlin Polzin
Foto: IMAGO

Es ist ein Problem, das sich durch die gesamte HSV-Saison zieht: Die Mannschaft von Merlin Polzin schießt einfach zu wenig Tore!

Mit nur 34 Treffern stellen die Rothosen aktuell die zweitschwächste Offensive der Bundesliga. Noch harmloser agiert lediglich Stadtrivale FC St. Pauli mit 26 Toren.

Die Ladehemmung lässt sich dabei nicht allein mit schwacher Chancenverwertung erklären. Zwar weist der HSV einen Expected-Goals-Wert von 38,91 auf und hätte statistisch betrachtet also fast sechs Treffer mehr erzielen müssen. Doch auch dieser Wert ist ligaweit der zweitschwächste. Das heißt im Klartext: Die Hamburger vergeben nicht nur reihenweise gute Chancen, sie kreieren insgesamt auch zu wenige klare Möglichkeiten.

Gerade für einen Aufsteiger, der zuvor sieben Jahre lang in der 2. Liga spielte, ist das nicht außergewöhnlich. Mannschaften dieser Kategorie fehlt im Ballbesitz häufig die Durchschlagskraft gegen etablierte Bundesligisten. Umso wichtiger sind deshalb alternative Waffen. Das sind traditionell vor allem Konter oder Standardsituationen.

Zumindest im Umschaltspiel liefert der HSV ab. Zehn Tore nach Kontern bedeuten ligaweit Rang drei. Nur der FC Bayern und Bayer Leverkusen sind hier besser. Ganz anders sieht es jedoch bei ruhenden Bällen aus. Nach Ecken, Freistößen und Einwürfen fielen bislang lediglich fünf Treffer. Damit rangieren die Hanseaten in dieser Statistik auf dem letzten Platz. Selbst der Vorletzte VfB Stuttgart kommt auf sieben Tore.

Nicolai Remberg
Foto: Getty Images

Mögliche Gründe für die HSV-Standardflaute

Umso erstaunlicher: Auf mangelnde Vorbereitung dürfte die schwache Ausbeute kaum zurückzuführen sein. An der Elbe ist man sich der Wichtigkeit von ruhenden Bällen mehr als nur bewusst. Schon unter Ex-Coach Tim Walter beschäftigte der HSV mit Filip Tapalovic einen eigenen Standardtrainer. Unter Steffen Baumgart war das jetzige Trainer-Duo aus Merlin Polzin und Loic Fave sogar explizit für diesen Bereich zuständig. Unterstützt wurden sie von einer eigenen Arbeitsgruppe mit Coaches aus dem Nachwuchsleistungszentrum. Laut eines damaligen Bild-Berichts investierte Polzin 890 Euro aus eigener Tasche in das Fachbuch „Standardsituationen im Profifußball“ von Daniel Ackermann.

Wie erfolgreich diese Arbeit sein kann, zeigte die Vorsaison. In der 2. Bundesliga erzielte der HSV starke 17 Standardtore – zweitbester Wert der Liga!

Warum also der Absturz? Ein zumindest nicht zu vernachlässigender Grund dürfte die Individualqualität im Kader sein. Den Schützen wie Fabio Vieira oder Miro Muheim fehlt bei Hereingaben oft die letzte Präzision. Viele Standards verpuffen immer wieder völlig wirkungslos.

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Hinzu kommt das Profil der Abnehmer. Geht man rein nach der Körpergröße, sind Innenverteidiger und Stürmer zumeist die besten Kopfballspieler auf einem Fußballplatz. Mit Damion Downs oder Ransford Königsdörffer setzte der HSV jedoch lange auf Spielertypen, die in der Luft nicht gerade über ihre größten Stärken verfügen. Die hochaufgeschossenen Robert Glatzel und Yussuf Poulsen hingegen spielten aus unterschiedlichen Gründen nur Nebenrollen.

In der Innenverteidigung ist Luka Vuskovic als Offensivkopfballspieler herausragend. Drei seiner fünf Treffer fielen nach Standards. Jordan Torunarigha, Warmed Omari oder Daniel Elfadli strahlen dagegen deutlich weniger Gefahr aus. Selbiges gilt naturgemäß für den 1,77 m großen Nicolas Capaldo.

All diese Aspekte resultieren letztlich in einer niederschmetternden Standard-Bilanz. Dabei hätte dem HSV angesichts seiner Defizite im eigenen Ballbesitz das eine oder andere zusätzliche Tor in jedem Fall gut getan. Denn nicht zuletzt der 1. FC Heidenheim demonstrierte in der Saison 2023/24 eindrucksvoll, was man selbst als Aufsteiger mit einer herausragenden Standardstärke erreichen kann. Auch dank 14 Treffern nach ruhenden Bällen qualifizierte sich die Mannschaft von Frank Schmidt in diesem Jahr sensationell für die UEFA Conference League.

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THEMEN IN DIESEM ARTIKELBundesligaHSVMerlin Polzin
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