Im Abendspiel der Bundesliga bekommt es der Hamburger SV am Samstag (18:30 Uhr, live bei Sky) mit der TSG Hoffenheim zu tun. Die Rothosen haben den Vorteil, dass sie zuhause spielen, ansonsten gibt es momentan aber viele Faktoren, die eher nicht so viel Mut machen.
Denn die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin hat derzeit viel Grund zu hadern. Mal mit sich selbst, mal mit dem Schiedsrichter, dann wieder mit Verletzungspech und Sperren. Kurzum: Es wird Zeit, dass der Klassenerhalt fixiert wird, ehe die Stimmung noch einmal kippt.
Der Coach ist jetzt gefordert. Sowohl als Motivator aber auch als Moderator. Und er darf die Spiele nicht zu sehr verdenken, nicht zu viel verändern und anpassen. Sondern in erster Linie bei den Basics bleiben. Aber das ist manchmal leichter gesagt als getan.
Hamburg spielt nämlich unter anderem ohne Luka Vuskovic gegen die TSG. Bei ihm reicht es noch immer nicht, Miro Muheim fehlt sowieso. Und somit sind schon zwei Spieler, die eben für die Basics in der Abwehr und für eine gewisse Ordnung im Aufbau sorgen, nicht dabei.
Heimspiel gegen Hoffenheim: Die Balance entscheidet
Nach den letzten Spielen, auch ohne Vuskovic, in denen der gewünschte flache Aufbau teilweise komplett in die Hose ging, stellt sich die Frage: Muss man sich in Hamburg jetzt neu erfinden? Nun, das nicht. Aber die Herangehensweise muss angepasst werden. Mehr Klarheit braucht es. Heißt, dass der HSV nicht so viel Risiko in der Abwehr gegen einen pressingstarken Gegner mit vielen temporeichen Offensivspielern gehen darf. Im Gegenteil: Lange Bälle und konsequentes Nachrücken, um Hoffenheim dann nicht spielen zu lassen, kann genau der Schlüssel werden. Die Kombination aus einem Stoßstürmer und einer Unterstützung, die schnell auf den Beinen ist, ist hier vielleicht genau ideal.

Wichtig ist, das Spiel nicht zu sehr zu zerdenken, dadurch unnötig kompliziert zu gestalten. Der HSV ist gut beraten, wenn er genau analysiert, wo die Kernprobleme bei der TSG liegen. Diese gibt es nach eigenen Ballverlusten beim nicht immer idealen Umschalten auf die Defensive und vor allem immer wieder bei ruhenden Bällen. Hier fehlt zuweilen die Zuordnung. Auf Standards, unter anderem von Fabio Vieira, wird es also besonders ankommen.
Es mag simpel, vielleicht auch ein wenig abgedroschen klingen, aber wenn es dem HSV in diesem Spiel gelingt, dass die Mannschaft als Einheit auftritt, sich gegenseitig unterstützt, auf die Basics beruft und dann auch noch ein wenig Spielglück hat, dann ist selbst mit der aktuellen Personallage gegen ein insgesamt in den letzten Wochen etwas wackeliges Hoffenheim etwas drin. Und ein Erfolgserlebnis wäre auch gleichbedeutend mit dem fast sicheren Klassenerhalt, das steht fest.

