Erstmals in seiner noch jungen Trainerkarriere bekommt es Julian Schuster mit dem HSV zu tun. Der Freiburg-Trainer fand vor dem Bundesliga-Restart deutliche Worte zur Entwicklung des Gegners.
„Ich glaube, dass sie in der Liga angekommen sind“, sagte Schuster und hob durchaus überraschend vor allem die Spielanlage der Hamburger hervor. „Sie sind mit Ball sehr variabel und sehr flexibel.“ Genau das mache es für gegnerische Mannschaften „schwierig, defensiv Zugriff zu bekommen“.
Eine Einschätzung, die auf den ersten Blick erstaunt. Schließlich stellt der HSV mit bislang nur 16 erzielten Toren die viertschwächste Offensive der Liga. Auch die nackten Ergebnisse lassen kaum auf spielerische Dominanz schließen. Ein Blick auf die tieferliegenden Daten deuten zumindest an, warum Schuster den HSV dennoch so positiv bewertet. Mit einem xG-Wert von 18,4 (laut fotmob.com) liegen die Rothosen ligaweit immerhin auf Rang 13. Schon in der ersten Saisonhälfte konnte man beobachten, dass die Mannschaft häufig zu guten Abschlusssituationen kommt, diese bislang aber nicht konsequent genug nutzt.
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Endet der Auswärtsfluch des HSV in Freiburg?
Deutlich stabiler präsentieren sich die Norddeutschen dagegen in der Defensive. 25 Gegentreffer bedeuten Rang zehn im Liga-Vergleich und damit einen sehr respektablen Wert für einen Aufsteiger. Mit Ausnahme weniger Ausreißer, etwa dem deutlichen 0:5 gegen den FC Bayern oder dem 1:4 bei der TSG Hoffenheim, trat der HSV defensiv zumeist kompakt und organisiert auf.
Schuster warnte zudem davor, sich von der schwachen Auswärtsbilanz der Hamburger täuschen zu lassen. Zwar ist der HSV in der Fremde noch sieglos, doch unterschätzen will der Freiburger Coach die Gäste keinesfalls. „Es kann hilfreich sein, im eigenen Stadion zu spielen“, analysierte er, betonte aber, dies sei „nicht die einzige Erklärung“.
Respekt zollte Schuster auch der eigenen Vorbereitung. Die Entscheidung, in der kurzen Winterpause zuhause zu bleiben, habe sich voll und ganz ausgezahlt. „Die Bedingungen vor Ort waren sehr gut“, sagte er. „Auch wenn es sehr kalt war, haben wir keinerlei Probleme gehabt, das umzusetzen, was uns wichtig war.“

