Die erste Bundesliga-Pleite seit 322 Tagen hat beim FC Bayern Spuren hinterlassen. Vor dem Gastspiel beim HSV sorgt sie für eine besondere Gemengelage.
Denn das völlig überraschende 1:2 gegen den FC Augsburg beendete eine Serie von 27 ungeschlagenen Spielen. Auch die bayrischen Hoffnungen auf eine gesamte Saison ohne Niederlage zerplatzten gegen den Abstiegskandidaten aus der Fuggerstadt jäh. Doch der erste Frust wich schnell einer klaren Ansage. Ausgerechnet der HSV dürfte diese Reaktion nun am Samstag (18.30 Uhr, Sky) zu spüren bekommen.
Bayerns Abwehrchef Jonathan Tah, einst im Volkspark ausgebildet, machte keinen Hehl aus der Stimmungslage beim Rekordmeister. „Die Wut, die dadurch in uns steckt, lassen wir im nächsten Spiel wieder raus“, kündigte der 29-Jährige an. Auch Sportvorstand Max Eberl blies unmittelbar nach der Augsburg-Pleite zum Gegenangriff: „Wenn Mannschaften sich Hoffnungen machen, dann liegt es an uns, diese Hoffnungen wieder zunichte zu machen.“
Trainer Vincent Kompany, ebenfalls ein Ex-Rothose, ordnete die Niederlage als Zäsur ein. „Es ist jetzt ein neuer Nullpunkt, ein Neustart. Wenn wir jetzt wieder zehn Monate ungeschlagen bleiben, dann ist alles in Ordnung für mich.“ Die Statistik spricht dabei eine klare Sprache zugunsten der Münchner. Seit 2012 holte Bayern nach Liga-Niederlagen in den jeweiligen Folgespielen 35 Siege, sechs Remis und kassierte nur sieben weitere Pleiten. Auf dem Papier stehen die Vorzeichen für den HSV also schlecht.
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
Hamann lobt eine HSV-Qualität
Doch nicht alle sehen die Hamburger chancenlos. Ex-Bayern-Profi und Sky-Experte Dietmar Hamann traut dem Aufsteiger durchaus etwas zu. „Man muss schon mit dem Glauben herangehen: Wenn alles passt, können wir etwas holen“, wird Hamann von Bild zitiert. Entscheidend sei vor allem der Faktor Geschwindigkeit: „Was du gegen die Bayern brauchst, sind schnelle Spieler. Wenn du Tempo hast gegen München, dann kannst du denen richtig Probleme bereiten.“
Genau dort verortet Hamann eine Stärke der Norddeutschen. „Der HSV ist wohl von den Mannschaften da unten am besten in dieser Hinsicht ausgerüstet“, betonte der 52-Jährige. Sein Fazit fällt daher vorsichtig optimistisch aus. „Es ist nicht ausgeschlossen“, so Hamann mit Blick auf die Punktechancen des Außenseiters.

