Im Stadtderby gegen den FC St. Pauli wurden die Offensivprobleme des HSV ein weiteres Mal schonungslos aufgezeigt. Das könnte personelle Konsequenzen haben.
Trotz einer stabilen Defensive und durchaus brauchbarer spielerischer Ansätze verpasst es das Team regelmäßig, klare Möglichkeiten konsequent zu verwerten. „Man sieht, dass wir zu den Chancen kommen, aber es ist dann eine Mischung aus Qualität, Entscheidungsfindung und dem Gegner, der gut verteidigt“, erklärte HSV-Trainer Merlin Polzin unlängst.
Besonders auffällig ist die fehlende Effizienz im letzten Drittel. Das torlose 0:0 im Derby markierte bereits das siebte Saisonspiel ohne eigenen Treffer. Am Millerntor war Innenverteidiger Luka Vuskovic wieder einmal der präsenteste Akteur im gegnerischen Strafraum.
Hinzu kommt, dass Sambi Lokonga, mit vier Saisontreffern bislang der torgefährlichste Spieler, wegen Wadenproblemen erneut nicht von Beginn an spielen konnte. Rayan Philippe, der ebenfalls viermal knipste, befindet sich seit mehreren Wochen völlig außer Form und sorgte gegen St. Pauli vor allem mit einem kläglichen Außenristpass in einer aussichtsreichen Kontersituation für Aufsehen.
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Polzin: „Werden gute Lösungen für den HSV finden“
Noch hat der HSV Zeit, um zu reagieren. Das Transferfenster ist bis zum 2. Februar geöffnet. Und wie das Hamburger Abendblatt berichtet, habe der Klub das auch vor. Anders als von vielen Fans gefordert, stehe bei diesen Überlegungen allerdings kein klassischer Mittelstürmer im Vordergrund. Stattdessen suche der HSV gezielt nach Verstärkung für die offensiven Außenbahnen. Dort herrscht aktuell der größte Bedarf, was durch die Verletzung von Alexander Rössing-Lelesiit und die anhaltenden Achillessehnenprobleme von Jean-Luc Dompé nochmals verschärft wurde.
Mit Blick auf mögliche Transferaktivitäten erklärte Polzin nach dem Stadtderby: „Wir müssen offensiv gefährlicher werden, das ist ein Thema. Wir arbeiten eng zusammen mit der Scouting-Abteilung, Claus Costa und Eric Huwer und werden gute Lösungen für den HSV finden.“ Etwas mehr als eine Woche bleibt dem Aufsteiger dafür.

