Stefan Kuntz verließ den HSV zum Ende des Kalenderjahres 2025. Gegen ihn stehen Vorwürfe der sexuellen Belästigung im Raum, zu denen er sich äußerte.
Der ehemalige Sportvorstand erklärte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass er in seinem Handeln kein schwerwiegendes Fehlverhalten sieht. Dementsprechend überrascht war Kuntz über das zur Trennung führende Gespräch mit zwei Hamburger Aufsichtsräten: „Da habe ich gedacht: Ah, jetzt kommen die, um endlich meinen Vertrag zu verlängern.“ Stattdessen habe vor der Tür schon der Rechtsanwalt der Kanzlei gewartet, der die Ermittlungen leitete.
Der renommierte Kuntz-Anwalt Christian Schertz betonte in dem Bericht allerdings nochmals, dass sein Mandat bis heute nicht wisse, „was ihm von welcher Person und in welcher Situation überhaupt konkret vorgeworfen wird“. Der HSV wiederum hatte in seinem Statement mitgeteilt: „Die Gelegenheit zur Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat hat Herr Kuntz trotz mehrfacher Angebote explizit nicht genutzt.“
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Teure Klausel im Kuntz-Auflösungsvertrag
Weiter hätten mittlerweile insgesamt fünf im Verein tätige Frauen Vorwürfe gegen Kuntz erhoben. Diese sollten ursprünglich gar nicht ans Licht kommen. Denn der HSV und die Seite des 63-Jährigen einigten sich bezüglich der Trennung auf die Sprachregelung „familiären Gründe“. Erst Recherchen der Bild brachten das Thema in die Öffentlichkeit, was beiden Parteien teuer zu stehen kommt. Demnach heißt es in dem Auflösungsvertrag: „Jedes Mal, wenn eine der Parteien von dieser Darstellung abweicht, muss sie der anderen Partei 100.000 Euro Vertragsstrafe zahlen.“
Darüber hinaus habe der sportlich erfolgreich wirkende Kuntz eine Abfindung in Höhe von drei Monatsgehältern sowie 50 Prozent für die weiteren drei Monate bis Saisonende erhalten. Anschließend wäre sein Vertrag ausgelaufen, hätte sich aber bei Klassenerhalt um ein weiteres Jahr verlängert. Aktuell besitzt der HSV gute Chancen auf den Klassenerhalt, womit Kuntz sich jedoch nicht weiter beschäftigen muss. Rechtlich dürfte es dafür noch die ein oder andere Auseinandersetzung mit dem Ex-Klub geben.
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