Beim HSV ist vor dem Stadtderby gegen den FC St. Pauli alles auf maximale Spannung und Emotion ausgerichtet. Trainer Merlin Polzin setzt dabei bewusst auf ein bewährtes Erfolgsrezept.
Auf der Pressekonferenz vor dem Kellerduell machte der 35-Jährige klar, wie er die Stimmung rund um sein Team wahrnimmt. „Wir sind voller Energie und Überzeugung“, stellte Polzin klar und gewährte dabei Einblicke in sein Motivationsmanagement.
Die Blaupause stammt aus dem Dezember, als der HSV das emotional enorm aufgeladene Nordderby gegen Werder Bremen mit 3:2 für sich entschied. Polzin erinnert seine Mannschaft daher gezielt an dieses Erlebnis: „Wer es erlebt hat, diesen Derbysieg zu feiern, ist gewillt, am Freitag den zweiten folgen zu lassen.“
Damals hatte der Coach sein Team mit besonderen Maßnahmen angezündet. Unter anderem sprach der langjährige HSV-Busfahrer Miroslav Zadach über frühere Duelle mit Werder, zudem lief die Mannschaft auf dem Weg zum Stadion durch ein Spalier der eigenen Fans. „Die Jungs haben gegen Werder bei der Ankunft gespürt, welche Power da entfacht wurde und was das mit ihnen gemacht hat“, erklärte Polzin.
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Bei aller Motivation: Der HSV braucht „einen kühlen Kopf“
Vor dem Duell am Millerntor greift der Trainer jetzt zu ähnlich emotionalen Mitteln. „Wir haben auch in dieser Woche wieder eine Story rund ums Spiel“, sagte er. Inhaltlich steht dabei das schmerzhafte 0:2 aus dem Hinspiel im Fokus. Polzin und sein Team zeigen bewusst Bilder von der Niederlage, inklusive des Siegerfotos der St.-Pauli-Profis im Volkspark. Damals feierten die Kiezkicker lautstark und ausgiebig vor der Gästekurve.

Trotz aller Rachegelüste will der HSV gegen den aktuellen Tabellenletzten keinesfalls überdrehen. „Die Emotionen müssen wir nutzen, damit sie uns beflügeln. Und gleichzeitig brauchen wir auch einen klaren Kopf.“ Große Sprüche werde es im Vorfeld also nicht geben. „Wir wollen uns über das definieren, was Freitag um 20.30 Uhr stattfindet“, so Polzin.
Dass der HSV am Millerntor zuletzt wenig erfolgreich war und letztmals 2019 einen Dreier einfuhr, ist dem gebürtigen Hamburger bewusst: „Die letzten Spiele dort waren, was Punkte und Leistung angeht, wenig zufriedenstellend“. Am 23. Januar 2026 soll nun alles anders werden.

