Stefan Kuntz hat seine Stalking-Anzeige zurückgezogen. Der ehemalige Sportvorstand des HSV erstattete am 12. Dezember eine Anzeige gegen unbekannt wegen des Vorwurfs der Nachstellung.
Diesen Vorgang bestätigte die Hamburger Staatsanwaltschaft nun auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zunächst hatte die Mopo über die Entwicklung berichtet. Die Rücknahme der Anzeige erfolgte demnach bereits am 8. Januar, also drei Tage bevor die Bild erstmals über die Vorwürfe gegen Kuntz berichtete. Warum sich der 63-Jährige zu diesem Schritt entschloss, ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar.
So oder so bleibt das Verfahren weiterhin aktiv. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Zurückziehung der Anzeige keine Auswirkungen auf das laufende Verfahren habe. Hintergrund sei, dass es sich bei Stalking um ein sogenanntes Offizialdelikt handelt, das von den Behörden unabhängig von einer Anzeige verfolgt wird. Somit dauern die Ermittlungen an.
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Kuntz weist Vorwürfe zurück
Die Causa Kuntz ist damit um ein weiteres Kapitel reicher. Zunächst hatte der HSV bei Bekanntgabe der Trennung am 2. Januar auf „persönliche, familiäre Gründe“ verwiesen. Zehn Tage später, einen Tag nach Bekanntwerden der Bild-Recherchen, bestätigte der Aufsichtsrat des Klubs in einem öffentlichen Statement, dass der Abschied in direktem Zusammenhang mit den im Raum stehenden Vorwürfen zu verorten sei.
Anlass waren Anschuldigungen zweier Mitarbeiterinnen, die Kuntz der sexuellen Belästigung bezichtigen. Der HSV-Aufsichtsrat stuft diese Vorwürfe als „glaubhaft“ ein. Kuntz selbst weist die Anschuldigungen entschieden zurück und bezeichnete sie auf seinem Instagram-Account als falsch. Er äußerte, die Vorwürfe träfen ihn hart und betonte seine Unschuld.
„Im Sinne meiner Familie und aller mir nahestehenden Personen habe ich meine Anwälte (Kanzlei Schertz Bergmann) darum gebeten, gegen diese FALSCHEN Vorwürfe und Vorverurteilungen vorzugehen“, fuhr Kuntz fort.
Der HSV wiederum hält diese Äußerungen für irrtümlich. „Die Gelegenheit zur Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat hat Herr Kuntz trotz mehrfacher Angebote explizit nicht genutzt. Vor dem dargestellten Hintergrund sind die Vorwürfe einer „Verleumdungskampagne“ gegen Stefan Kuntz klar unzutreffend und irreführend“, stellte der Aufsichtsrat klar. Das letzte Wort dürfte in diesem Fall also noch lange nicht gesprochen sein.

