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Nur die Raute » Schwere Vorwürfe: Musste Kuntz wegen sexueller Belästigung gehen?
BundesligaHSV News

Schwere Vorwürfe: Musste Kuntz wegen sexueller Belästigung gehen?

Yannick Lassmann
Yannick Lassmann
11. Januar 2026
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Stefan Kuntz
Foto: Getty Images

Der HSV und Stefan Kuntz beendeten zu Jahresbeginn überraschend die bis dato erfolgreiche Zusammenarbeit. Zu den Hintergründen gibt es neue Informationen, welche die Trennung in einem völlig anderen Licht dastehen lassen.

Bild berichtete in der Nacht auf Sonntag, dass es sich nicht ausschließlich wie von Vereinsseiten mitgeteilt um „persönliche familiäre Gründe“ gehandelt habe. Stattdessen werfen mehrere HSV-Mitarbeiterinnen Kuntz sexuelle Belästigung vor. Eine der Frauen habe sich durch seine Aussagen sogar zum Oralverkehr gedrängt gefühlt. Intern seien die Vorfälle bekannt geworden, nachdem sich eine Angestellte Anfang Dezember an den Aufsichtsrat wandte. Dabei habe sie ein Verhalten des damaligen Sportvorstandes geschildert, was sie als unangemessen und verbale sexuelle Belästigung empfand. Dies hätten gleich drei mit dem Vorgang vertraute Personen unabhängig voneinander bestätigt.

Daraufhin habe der Aufsichtsrat eine externe Anwaltskanzlei eingeschaltet, die ein Gespräch mit der Frau geführt habe. Währenddessen habe sie eine weitere HSV-Mitarbeiterin genannt, die ähnliche Erfahrungen mit Kuntz gemacht haben soll. Sie sei ebenfalls von den eingeschalteten Juristen befragt und als glaubwürdig eingestuft worden. Besonders die eindringlichen Schilderungen der zweiten Mitarbeiterin hätten Eindruck hinterlassen.

Kuntz sieht sich als Opfer einer Verleumdungskampagne

Wenige Tage nachdem die Geschichte im Verein publik wurde, sei auch Kuntz aktiv geworden. Er solle bei der Staatsanwaltschaft Hamburg Anzeige gegen Unbekannt wegen Stalkings gestellt haben, da bei ihm seit Juli anonyme Nachrichten einer Verehrerin eingegangen seien, die ihn beunruhigt hätten. Wenige Tage vor der Winterpause sei der 63-Jährige schließlich durch einen Teil des Aufsichtsrats mit den Vorwürfen konfrontiert worden. Er habe zunächst angekündigt, Stellung zu beziehen. Doch eine geplante Sitzung sei laut Vereinsseite letztlich durch einen Kuntz-Anwalt abgesagt worden. Aus dem Umfeld des gebürtigen Saarländers heißt es hingegen, dass er nie die Gelegenheit zur Stellungnahme bekommen habe.

Kuntz selbst wollte sich zu den Bild-Recherchen nicht ausführlich äußern, ließ aber verlauten, dass er die detaillierten Vorwürfe der Frauen bis heute nicht kennen würde. Darüber hinaus stellte seine Seite klar, dass es eine Aufforderung zum Oralverkehr nicht gegeben habe. Vielmehr handele es sich um eine Verleumdungskampagne – getrieben vom Geld. Denn der HSV spart durch den geschlossenen Aufhebungsvertrag einen Millionenbetrag. Das Salär von Kuntz, dessen Arbeitspapier sich beim Klassenerhalt um ein weiteres Jahr verlängert hätte, habe sich durch den Aufstieg nämlich deutlich verbessert.

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Die Aufklärung der Geschehnisse läuft derweil weiter. Der HSV, der den Frauen ausdrücklich Vertraulichkeit zugesichert habe, lasse mögliche Compliance-Verstöße von Kuntz durch eine Hamburger Kanzlei prüfen. Unklar sei, ob es dabei nur um das Verhalten gegenüber den Mitarbeiterinnen geht. Intern hätten demnach Gerüchte kursiert, wonach es schon vor Monaten arbeitsrechtliche Maßnahmen gegen den für die sportlich enorm positive Entwicklung verantwortlichen Kuntz gegeben habe. Die Hanseaten hielten sich jedoch bedeckt: „Wir möchten uns weiterhin auf die Aussage beschränken, dass Stefan Kuntz den Aufsichtsrat aus persönlichen familiären Gründen gebeten hat, zum 31.12.2025 auszuscheiden.“ Klar ist schon jetzt, dass das Thema den HSV noch eine Weile begleiten und möglicherweise einige Schwierigkeiten bereiten wird.

 

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THEMEN IN DIESEM ARTIKELAufsichtsratSexuelle BelästigungStefan Kuntz
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