Der HSV hat zum Auftakt des neuen Fußballjahres einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Beim SC Freiburg unterlagen die Hanseaten trotz eigener Führung mit 1:2.
Die Breisgauer bestimmten über lange Phasen das Geschehen, ließen ihre Überlegenheit vor der Pause jedoch ungenutzt. Direkt nach Wiederanpfiff brachte ein Kopfballtor von Luka Vuskovic die Gäste überraschend in Front (48.).
Eine umstrittene gelb-rote Karte gegen Daniel Elfadli samt anschließendem Strafstoß leitete jedoch die Wende ein. In numerischer Überlegenheit erhöhte Freiburg den Druck und drehte die Partie durch einen Elfmeter-Treffer von Vincenzo Grifo (53.) und Joker Igor Matanovic (83.). Der HSV stemmte sich in Unterzahl gegen die Niederlage, blieb am Ende jedoch ohne zählbaren Ertrag.
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Der HSV gegen Freiburg in der Einzelkritik:
Daniel Heuer Fernandes: Starker Rückhalt in der Anfangsphase mit einer wichtigen Parade gegen Höler (19.), biss trotz anschließender Schulterprobleme auf die Zähne. Beim Elfmeter von Grifo chancenlos (53.), auch beim Freiburger Siegtreffer aus kurzer Distanz ohne Abwehrmöglichkeit (83.). Note: 2-
Bakery Jatta (bis 78.): Unglücklicher Beginn mit falschem Einwurf (1.), im Offensivspiel erneut mit großen Präzisionsmängeln. Seine beste Szene hatte er bei einem Abschluss aus spitzem Winkel (61.), arbeitete gegen den Ball aber engagiert und laufstark. Note: 4+
Nicolas Capaldo: Leistete sich in der Anfangsphase zu viele Ballverluste durch überhastete Vorstöße. Defensiv jedoch wie gewohnt bissig, zudem mit dem gefährlichsten HSV-Abschluss vor der Pause (41.). Als emotionaler Anführer ging er in der hektischen Schlussphase voran. Note: 2-
Luka Vuskovic: Defensiv nicht immer sattelfest, ließ sich vor einer großen Freiburg-Chance zu leicht ausspielen (23.). In der Luft jedoch eine Klasse für sich: Sein wuchtiges Tor nach Ecke brachte die Führung (48.), insgesamt gewann er fünf von sieben Kopfballduellen. Note: 3+
Daniel Elfadli: Früh mit einer sehr fragwürdigen gelben Karte belastet (4.). Der verursachte Elfmeter samt Platzverweis (51.) stellte den Spielverlauf völlig auf den Kopf und wog schwer. Note: 4-
Miro Muheim: Defensiv mit großen Orientierungsschwierigkeiten, an zwei Freiburger Topchancen war er klar beteiligt (9., 18.). Seine präzise Ecke zum 1:0 war herausragend (48.), insgesamt reichte die Defensivleistung jedoch nicht aus. Note: 4

Nicolai Remberg: Auf der Sechs stark gefordert und mit hoher körperlicher Belastung. Im Spielaufbau nahm er wenig Einfluss, dafür mit einigen guten Ballgewinnen in der gegnerischen Hälfte. Gewann herausragende sieben von sieben Zweikämpfen am Boden. Note: 2-
Sambi Lokonga (bis 90.+2): Lange Zeit unauffällig und im Aufbau zu statisch, ließ Präsenz vermissen. Ein starker vertikaler Pass auf Downs (38.) zeigte seine Qualität, nach der Pause agierte der Belgier dann verbessert. Die 39 Ballkontakte waren auch dem Spielverlauf geschuldet, sind für einen Spieler seiner Klasse aber zu wenig. Note: 3-
Fabio Vieira (bis 78.): Setzte mit zwei Verlagerungen und einem feinen Pass auf Capaldo offensive Akzente (41.). Hinzu kamen ein ordentlicher Freistoß (44.) und ein guter langer Pass auf Jatta (61.). Fast immer wenn Vieira am Ball ist, passieren gute Dinge. Dass das nur 27 Mal der Fall war, ist ärgerlich. Note: 3
Damion Downs (bis 78.): Hatte aufgrund der HSV-Passivität in Halbzeit eins lange kaum Bindung zum Spiel. Eine saubere Weiterleitung auf Dompé deutete seine Qualitäten an (31.), eine unsaubere Ballmitnahme verhinderte jedoch eine Großchance frei vor Atubolu (38.). Insgesamt ein ausbaufähiges Debüt. Note: 4-
Jean-Luc Dompé (bis 57.): Defensiv mit auffälligem Trabgang (9.), offensiv bis auf wenige Eins-gegen-eins-Situationen weitgehend wirkungslos. Sein missglücktes Dribbling vor der Pause war symbolisch (45.+2). Nach Wiederanpfiff musste er angeschlagen runter (57.). Note: 4
Die Joker:
Jordan Torunarigha (ab 57.): Kam nach der Pause und hatte vor dem entscheidenden Gegentor Pech im Luftduell mit Manzambi, bei dem er deutlich getroffen wurde (83.). Der Treffer zählte dennoch – eine unglückliche Szene. Note: 4+
Giorgi Gocholeishvili (ab 78.): Ersetzte den angeschlagenen Jatta, ohne dabei für nennenswerte Aktionen zu sorgen. Note: Ohne Bewertung
Guilherme Ramos (ab 78.): War in den Schlussminuten fast ausschließlich im gegnerischen Strafraum anzufinden, der Lucky Punch gelang ihm jedoch nicht. Note: Ohne Bewertung
Alexander Rössing-Lelesiit (ab 78.): Der Youngster zeigte sich nach Einwechslung gewohnt energisch. Teilweise agiert er aber noch zu ungestüm. Note: Ohne Bewertung
Ransford Königsdörffer (ab 90.+2): Vielspieler Königsdörffer stand in Freiburg nur wenige Minuten auf dem Platz. Sorgte mit einem Abschluss von der Strafraumkante (90.+7) für etwas Gefahr. Note: Ohne Bewertung

