Seit rund drei Monaten ist Sebastian Schonlau nicht mehr Teil des HSV. Der langjährige Kapitän hat ein neues Kapitel in der MLS aufgeschlagen.
In der neuen Folge des Abendblatt-Podcasts „HSV – wir müssen reden“ sprach der 31-Jährige so offen wie nie über seinen Sommer-Abschied. Dabei machte er deutlich, wie schwer ihm dieser Schritt fiel. „Ich wäre gerne in Hamburg geblieben“, sagt Schonlau klipp und klar.
Eigentlich stand der Innenverteidiger noch ein weiteres Jahr beim HSV unter Vertrag. Doch schon zu Beginn der Vorbereitung machten ihm Trainer Merlin Polzin und die Verantwortlichen unmissverständlich klar, „dass er es nach dem Aufstieg in die Bundesliga schwer haben werde, auf Einsätze zu kommen“.
Die sinkenden Einsatzzeiten in den Testspielen bestätigten dieses Gefühl. Am 20. August packte Schonlau schließlich seinen Koffer und folgte dem Angebot der Vancouver Whitecaps. Ein Entschluss, der für ihn alles andere als leicht war. „Die Zeit beim HSV war wahnsinnig intensiv, mit vielen Höhen und Tiefen“, sagt er rückblickend.
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
Schonlau spricht auch über den kommenden HSV-Gegner
Besonders die Relegation 2023 gegen den kommenden Gegner VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30 Uhr) hat sich in sein Gedächtnis eingebrannt. Als Sonny Kittel im Rückspiel das 1:0 erzielte, „hat wirklich jeder dran geglaubt“, erinnert sich Schonlau. Doch der VfB war „brutal stark“ und zerstörte den hanseatischen Aufstiegstraum. Für Schonlau folgte eine sportlich schwierige Phase mit Verletzungen und schwindendem Stammplatz.
Trotzdem blieb er bis zuletzt Identifikationsfigur und feierte die lang ersehnte Bundesliga-Rückkehr 2025 mit voller Hingabe. „Der Aufstieg war für mich das Beste, was passieren konnte“, erzählt er. Gerade deshalb sei der Abschied etwas leichter gewesen.
Auch deshalb bleibt sein alter Klub eine absolute Herzensangelegenheit. „Der HSV gehört in die Bundesliga“, sagt Schonlau. Bei seinem nächsten Hamburg-Besuch will er sich von den Fans offiziell verabschieden. Nur eines schließt er vorerst aus: eine schnelle Rückkehr in offizieller Funktion. „Ein paar Jahre will ich schon noch Fußball spielen.“

