Aufatmen im Volkspark: Mit einem 3:1-Sieg über Borussia Mönchengladbach hat sich der HSV vor der Länderspielpause etwas Luft verschafft. Vorrübergehend geht es sogar auf Rang acht.
Dabei war es wieder einmal Miro Muheim, der die Rothosen mit einem satten Abschluss aus 30 Metern in Führung brachte (11.). Im Anschluss boten sich weitere Top-Chancen auf das 2:0, doch immer wieder scheiterten die Hamburger am stark aufgelegten Gladbach-Keeper Daniel Batz. Das sollte sich rächen: Kurz vor der Halbzeit sorgte ein leicht abgefälschter Linkschuss von Joe Scally für den Ausgleich (44.). Nach dem Wiederanpfiff bog der HSV infolge einer Gelb-Roten-Karte für Ko Itakura aber auf die Siegerstraße ein. Tore von Shafiq Nandja (59.) und Albert Grønbaek (70.) bescherten dem HSV den vierten Dreier dieser Spielzeit.
Der HSV gegen Gladbach in der Einzelkritik:
Daniel Heuer Fernandes: Vereitelte einen Abschluss von Zento Uno mit einer ansehnlichen Flugeinlage, beim kuriosen 1:1 dagegen machtlos. In Überzahl dann nur noch wenig gefragt. Note: 3
Zakaria El Ouahdi: Hatte nach toller Kombination die große Chance auf das zweite Tor und schnupperte auch nach der Pause am Erfolgserlebnis. Noch fehlt dem offensivstarken Marokkaner aber der letzte Punch. Note: 3
Shafiq Nandja (bis 63.): Kam diesmal ohne größeren Patzer aus und lieferte einen defensiv soliden Auftritt ab. Für das große Highlight sorgte er aber am anderen Ende des Feldes: In Mittelstürmer-Manier traf er zum 2:1. Kurz darauf fiel er einer offensiveren Ausrichtung zum Opfer. Note: 2-
Sebastiaan Bornauw (bis 88.): Bewies bei seiner Rückkehr, wie wichtig er bereits für die HSV-Defensive geworden ist. Einziger Makel: Ein beinahe folgenschwerer Fehlpass Mitte der zweiten Halbzeit, den er selbst bereinigen konnte. Note: 3+
Warmed Omari: Leistete sich eine frühe Unaufmerksamkeit und ermöglichte so die erste Gladbacher Chance. Im Anschluss stabiler und immer wieder mit starken Aktionen im Spielaufbau. Die eine oder andere Ungenauigkeit bekommt er jedoch nicht aus seinem Spiel. Note: 3

David Möller Wolfe: Gemeinsam mit Grønbaek und Muheim an teils sehenswerten Kombinationen beteiligt. Zudem mit gleich zwei guten Gelegenheiten auf das 2:0. Auch seine linke Defensivseite hatte er weitgehend im Griff. Note: 3+
Sambi Lokonga (bis 80.): Bereitete mit einer cleveren Verlagerung das 1:0 durch Muheim vor. Auch darüber hinaus wesentlich präsenter als zuletzt und mit starken Momenten als Ballschlepper. Note: 2-
Miro Muheim: Aktuell reichen ihm nur wenige Zentimeter Raum: Mit dem dritten Traumtor in dieser Spielzeit brachte er die Rothosen mit 1:0 in Führung. Bitter: Den Gladbacher Ausgleich verursachte er mit einem unnötigen Ballverlust. Hinzu kam ein weiterer Patzer, der zum 2:3 hätte führen können. Eine Leistung mit Licht und Schatten. Note: 2-
Martin Adeline (bis 63.): Hatte seinen Anteil am Führungstreffer, da er den Ball an der rechten Seitenauslinie gut im Spiel hielt. Auch darüber hinaus machte er mit intelligenten Entscheidungen auf sich aufmerksam. Eine seiner besseren Saisonleistungen. Note: 3+
Albert Grønbaek (bis 80.): Auf eine frustrierende erste Hälfte mit vielen Ungenauigkeiten folgte eine umso bessere zweite: Die Gelb-Rote-Karte für Itaktura, der Assist zum 2:1 und das Traumtor zum 3:1 gehen allesamt auf sein Konto. Wurde dafür mit dem verdienten Applaus belohnt. Note: 2
Patson Daka: Muss nach einem kapitalen Patzer von Joe Scally eigentlich das frühe 1:0 erzielen. Fleißig im Gegenpressing, unglücklich als Wandspieler. Wenn Poulsen und Moffi wieder vollständig fit sind, dürfte es zurück auf die Bank gehen. Note: 4
So spielten die HSV-Joker:
Alexander Røssing-Lelesiit (ab 63.): Nach starker Jokerleistung in Frankfurt deutete er sein Können erneut an. Lediglich im Abschluss und bei Hereingaben fehlt noch die nötige Präzision. Note: 3+
Terem Moffi (ab 63.): Der Frankfurt-Torschütze fand sich zunächst nur auf der Bank wieder. Brachte eine ordentliche Portion körperliche Präsenz mit in die Begegnung. Note: 3
Yussuf Poulsen (ab 80.): Feierte nach zweiwöchiger Pause sein Comeback und halt dabei, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Note: Ohne Bewertung
Kofi Amoako (ab 80.): Erhielt rund 10 Minuten und erzeugte mit einem Linksschuss aus der zweiten Reihe sogar Torgefahr. Note: Ohne Bewertung
Jason Bissi-Mouelle (ab 88.): Durfte in den Schlussminuten ein wenig Bundesliga-Luft schnuppern. Note: Ohne Bewertung

