Nach 153 Tagen im Amt als Sport-Geschäftsführer war für Jonas Boldt beim Zweitligisten Hannover 96 am vergangenen Samstag (31.10.) Schluss.
Beim HSV hatte Boldt von 2019 bis 2024 fünf Jahre lang vergeblich versucht, den HSV zurück in die Bundesliga zu führen. Im Sommer 2024 wurde er entlassen, sein Nachfolger Stefan Kuntz schaffte den Sprung zurück ins Oberhaus. Auch er ist mittlerweile bekanntermaßen nicht mehr im Amt. Hannover sollte nun die nächste Station werden, bei der er sich im besten Fall erfolgreich um den Aufstieg in die Erstklassigkeit bemüht. Daraus wurde nichts.
Die Gründe für das Boldt-Aus
Doch woran scheiterte Boldt in der niedersächsischen Landeshauptstadt? Die größten Argumente gegen ihn waren seine holprige Personalpolitik und ein unglückliches Händchen bei der Trainerwahl. Der Trainereffekt nach der Entlassung von Christian Titz und der Einstellung von Sandro Wagner verpuffte schnell. Wagner holte den ersten Sieg nach einem Remis, zwei Pleiten und dem Pokal-Aus gegen Kaiserslautern erst im vierten Anlauf.
Außerdem sorgte ein kleines Skandälchen für Aufsehen: In Hannover hinterließ es wohl keinen guten Eindruck, dass Boldt in der Woche vor der Derbyniederlage gegen Braunschweig mehrere Tage lang nicht vor Ort, sondern auf einem Kreuzfahrtschiff bei einem Hyrox-Event seines Freundes und früheren Geschäftspartners Moritz Fürste weilte. Darüber berichtet die MOPO. Außerdem habe Boldt es sich auf der Geschäftsstelle mit einigen Personen direkt verscherzt.
Es gibt allerdings auch Argumente, die Boldt ein wenig aus der Verantwortung nehmen. Wie ebenfalls aus dem Bericht der MOPO hervorgeht, sollen Boldt andere Bedingungen zugesagt worden sein. Die Rolle als Kaderplaner, die er letztendlich ausüben musste, war eigentlich gar nicht unbedingt geplant. Stattdessen habe er mehr als CEO arbeiten wollen. Außerdem sollen ihm bei geplanten Veränderungen oder Reformen stets Steine in den Weg gelegt worden sein.
Nächster Ex-HSV-Boss vor dem unfreiwilligen Abschied?

Am Ende seiner Zeit in Hannover wandte sich dann auch Klub-Patron Martin Kind von ihm ab. Bei den Niedersachsen steht auch ein weiterer Ex-HSV-Boss vor dem Aus: Auch Sportdirektor Ralf Becker, der in der Saison 2018/19 an der Elbe arbeitete, steht vor einer Ablösung. Trainer Sandro Wagner hat sich mit dem Sieg gegen Dynamo Dresden hingegen offensichtlich eine Bewährungsverlängerung erarbeitet.

