Für Jonas Boldt könnte das Kapitel Hannover 96 bereits nach fünf Monaten wieder beendet sein. Der frühere HSV-Sportvorstand steht beim eigentlich ambitionierten Zweitligisten massiv in der Kritik.
Laut der Neuen Presse und der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ist eine Trennung bereits beschlossene Sache. Der 44-Jährige, zwischen 2019 und 2024 im Volkspark verantwortlich, war erst im Juni mit großen Erwartungen nach Hannover gewechselt. Doch statt wie erhofft um den Aufstieg mitzuspielen, befinden sich die Niedersachsen knietief im Tabellenkeller. Hinzu kam die 0:2-Pokalpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern am Mittwochabend.
Auch unter dem von Boldt installierten Trainer Sandro Wagner blieb der erhoffte Aufschwung bislang aus: Keines der ersten vier Pflichtspiele unter der Regie des früheren Nationalspielers konnte Hannover gewinnen. Hinzu kommt heftige Kritik an der Transferpolitik.

Boldt wollte Wagner einst zum HSV holen
Pikant ist die Personalie Wagner auch mit Blick auf Boldts Hamburger Vergangenheit. Wie die Sport Bild einst berichtete, wollte der damalige HSV-Sportvorstand den heutigen Hannover-Coach bereits während seiner Zeit an der Elbe verpflichten. Ganz konkret ging es um eine Stelle als U19-Trainer. Wagner lehnte ab und sammelte seine ersten Erfahrungen als Fußball-Lehrer stattdessen bei der SpVgg Unterhaching in der 3. Liga.
Ebenfalls eine HSV-Vergangenheit besitzt Christian Titz. Boldt hatte den Trainer in Hannover umstrittenerweise entlassen. Titz war 2018 – und damit rund ein Jahr vor Boldt – für die Rothosen verantwortlich und verantwortete dabei den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte. Nach dem ersten gescheiterten Aufstiegsversuch übernahm Boldt im Sommer 2019 schließlich die sportliche Führung, 2024 war nach fünf wechselhaften Jahren Schluss. Nun droht ihm am Maschsee ebenfalls das Aus.

