Das war’s mit der Siegesserie! Nach drei Erfolgen nacheinander ist der HSV unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet.
Beim SC Paderborn enttäuschten die Rothosen über weite Strecken der Begegnung und kassierten durch den späten Treffer von HSV-Leihgabe Rayan Philippe eine verdiente 0:1-Niederlage. Während Daniel Heuer Fernandes sein Team mit mehreren starken Paraden lange im Spiel hielt, blieb offensiv vieles Stückwerk. Wer konnte sich dennoch behaupten? Und wer enttäuschte besonders? Die HSV-Profis in der Einzelkritik.
Der HSV gegen Hoffenheim in der Einzelkritik:
Daniel Heuer Fernandes: In der ersten Halbzeit nahezu gänzlich ohne Beschäftigung. Das änderte sich nach der Pause: Mit einer absoluten Glanzparade gegen Santiago Castaneda und weiteren starken Reflexen sorgte er beinahe für einen Punktgewinn. Aber eben nur beinahe. Note: 2
Zakaria El Ouahdi: Eigentlich erhoffte man sich von seiner Verpflichtung vor allem einen offensiven Qualitätsgewinn. Doch gerade dort hapert es noch. In Paderborn brachte er nur 16 seiner 26 seiner Pässe an den Mitspieler. Defensiv dafür weitgehend stabil und mit fünf von sechs gewonnen Zweikämpfen. Note: 3-
Shafiq Nandja: Bei seinem zweiten Startelf-Einsatz in der Bundesliga machte es das Eigengewächs besser als noch in Leipzig. Im zweiten Durchgang ließ aber auch seine Leistung unter dem immer größeren Paderborner Druck nach. Note: 3-
Sebastiaan Bornauw: Der beste HSV-Verteidiger, ohne dabei ein überragendes Spiel zu machen. In der Luft allerdings nicht so dominant wie in den vergangenen Wochen. Note: 3
Warmed Omari: Es bleibt dabei: In jedem Spiel erlaubt er sich einen unerklärlichen Schnitzer. Diesmal schenkte er bei eigenem Abstoß eine letztlich folgenlose Ecke her. Vor dem 0:1 ist er womöglich gefoult worden, trotzdem hätte er schneller wieder in die Partie eingreifen können. Note: 4-

David Möller Wolfe: Sein Arbeitsradius ist und bleibt beachtlich. Aber: Die Qualität der (qua Spielanlage wenigen) Hereingaben muss definitiv besser werden. Am 0:1 zudem nicht unbeteiligt. Note: 4-
Bilal Nadir (bis 71.): Den starken Auftritt gegen Stuttgart konnte er nicht vollumfänglich bestätigen. Trotzdem der mit Abstand ballsicherste und verlässlichste Mittelfeldmann des HSV. Verletzungsbedingt musste er nach 70 Minuten vom Feld. Note: 3
Miro Muheim (bis 71.): Der Held der Vorwochen wurde in Paderborn auf Normalmaß zurück gestutzt. Das war nur zum Teil seine eigene Schuld: Die passive Herangehensweise seines Teams fesselte ihn förmlich an die Defensivarbeit. Note: 4
Martin Adeline: Bei allem Fleiß: Mit dem Ball am Fuß ist das nach wie vor deutlich zu wenig. Dass er Philippe vor dem 0:1 entwischen ließ, half bei der Bewertung seines Arbeitstages nicht. Note: 4-
Fabio Vieira (bis 13.): Bei einem Schussversuch zog es ihm in den Oberschenkel. Ein dementsprechend kurzer Nachmittag. Note: Keine Bewertung
Yussuf Poulsen (bis 46.): Nach 45 kräftezehrenden Minuten als erste Pressing-Instanz verließ vorzeitig er den Platz. Im gegnerischen Strafraum besaß er hingegen keinerlei Aktien. Note: 4+
So spielten die HSV-Joker:
Otto Stange (ab 13., bis 88.): Wie eigentlich immer überaus fleißig. Das belegen nicht zuletzt acht gezogene Fouls. Hektik und eine schwache Entscheidungsfindung prägen sein Spiel allerdings genau so sehr. Note: 4
Terem Moffi (ab 46.): Ein paar wenige Male blitzte seine Klasse in der Ballverarbeitung auf. Insgesamt hatte ihn die Paderborner Abwehr trotzdem im Griff. Note: 3-
Sambi Lokonga (ab 71.): Solider Kurzzeit-Auftritt nach überstandener Verletzung. Großen Einfluss konnte er in der Schlussphase aber nicht nehmen. Note: Ohne Bewertung
Albert Grønbaek (ab 71.): Seine – in Paderborn zugegebenermaßen nicht zur Geltung gekommene – Kreativität benötigt der HSV schleunigst wieder in der Startelf. Note: Ohne Bewertung
Alexander Rössing–Lelesiit (ab 88.): Ein gleichermaßen kurzer wie unauffälliger Joker-Einsatz. Note: Ohne Bewertung

