Der HSV trifft am Samstag auf den VfB Stuttgart. Aus dem letzten Aufeinandertreffen im Volkspark blieb vor allem eine Szene in Erinnerung.
Es lief bereits die Nachspielzeit, als die Gäste am rechten Strafraumeck einen Freistoß zugesprochen bekam. Die Hanseaten befanden sich in Unterzahl und waren ausschließlich darauf aus, das 1:1 ins Ziel zu bringen, ehe alles ganz anders kam. Angelo Stiller spielte den Ball nämlich in die Füße von Nicolás Capaldo, der umgehend auf Fábio Baldé weiterleitete, dieser stürmte noch aus der eigenen Hälfte unaufhaltsam bis in den gegnerischen Sechszehner und legte auf für Namensvetter Fábio Vieira, der zum 2:1-Siegtor vollendete und sowohl auf dem Spielfeld als auch auf den Rängen alle Dämme brechen ließ.
„Das war eindeutig der beste Moment! Nichts konnte das Stuttgart-Spiel toppen. Wir waren in Unterzahl und haben trotzdem noch gewonnen. Das ist gegen diesen Gegner alles andere als selbstverständlich“, so Baldé zum Last-Minute-Sieg über den späteren Viertplatzierten im Interview mit den Hamburger Vereinsmedien. Der Wichtigkeit war er sich bereits in der Aktion bewusst: „Es schossen unendlich viele Gedanken durch meinen Kopf.“

Baldé verfolgt den HSV weiter intensiv
Das im Sommer für rund sieben Millionen Euro nach Straßburg gewechselte Hamburger Eigengewächs führte aus: „Eines war mir aber klar: Das muss ein Tor werden. Ich hatte zwei Optionen: Entweder schieße ich oder ich versuche etwas anderes. Als ich nach innen zog, der Ball durch die Beine des Gegners ging und Fábio bereitstand, war mir klar: Das wird ein Tor.“ Im weiteren Saisonverlauf setzte Baldé nur noch wenige offensive Akzente, bejubelte aber immerhin im letzten Heimspiel gegen Freiburg (3:2) sein erstes Bundesliga-Tor.
Zum Testspiel gegen Kopenhagen (2:0) kehrte Baldé erstmals an die langjährige Wirkungsstätte zurück: „Ich hatte das Wochenende frei und wusste, dass das Spiel vor der Tür steht. Diesen Moment wollte ich nutzen, um wieder vorbeizuschauen. Ich konnte mich leider nicht richtig von den Jungs verabschieden. Außerdem habe ich den Volkspark vermisst. Als ich wieder ins Stadion gegangen bin, spürte ich auch, warum. Die Fans sind der Wahnsinn.“
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Darüber hinaus steht der 21-Jährige weiterhin im engen Austausch mit der Mannschaft: „Ich stehe noch mit fast allen in Kontakt. Am meisten wahrscheinlich mit Otto und Shafiq. Aber auch mit Louis und Sambi schreibe ich oft. Ich bin immer da, um sie zu supporten.“ Dementsprechend verfolge er die Spiele wenn möglich live. Im Vordergrund steht jedoch die eigene Tätigkeit in Straßburg. Nach mäßigem Start kam er im letzten Ligaspiel gegen Nizza (1:2) als Einwechselspieler wieder im Zug.
Am Samstag wartet ein echtes Highlightspiel. Denn der Champions-League-Sieger Paris St. Germain stellt sich in Straßburg vor. „Es ist natürlich etwas Besonderes für mich, mit den besten Spielern der Welt auf dem Platz zu stehen, die man sonst nur im Fernsehen sieht“, so Baldé. Mit dem HSV zeigte er in der abgelaufenen Spielzeit mehrfach, was eigenen Stadion alles möglich ist, wenn die Mannschaft das Leistungslimit erreicht.

