Es ist gerade einmal einen Monat her, dass sich der Hamburger SV nach drei Spieltagen am unteren Ende der Tabelle wiederfand. Mit null Punkten, 12 Gegentoren und gar keinem eigenen Treffer bildete man das Schlusslicht.
Gerade aufgrund der deutlichen 0:5-Klatschen gegen Mainz und Leipzig schlugen viele HSV-Fans Alarm und sorgten sich sehr um das Ziel Klassenerhalt. Eine Woche später sah die Welt nach dem 2:1-Sieg gegen Köln schon wieder ein bisschen anders aus, und nach der Länderspielpause setzte der HSV mit einem 3:2-Erfolg in Sinsheim die Positivserie fort. Ordentlich Gegentore gab es weiterhin, dafür hatte sich ein anderer, sehr wichtiger Faktor verändert: Der HSV begann endlich wieder, Tore zu schießen.
Schauen wir uns an, wie die bislang insgesamt fünf Saisontore entstanden sind, könnten wir auf den Gedanken kommen, dass der HSV zwei neue Geheimwaffen hat. Beide sind wohl vor allem auf die Leistung des Trainerteams zurückzuführen.
Überwindet der HSV seine Standardschwäche?
Der knappe Sieg gegen Köln war zum Beispiel unter anderem einem einstudierten Standard zu verdanken. Während der HSV in der vergangenen Saison nur einen Treffer nach einem Eckball in der Bundesliga erzielt hatte, wollte man genau daran im Sommer arbeiten. Mit Erfolg: Capaldo gelang nach einer Grønbæk-Ecke der Führungstreffer und damit der Dosenöffner.

Gegen Hoffenheim gelang den Hamburgern dann direkt zwei Treffer nach Standards. Yussuf Poulsen traf per Abstauber nach einem Freistoß von der rechten Seite. Auch Miro Muheims goldenes Tor in der Nachspielzeit resultierte aus einer Ecke.
Polzin beweist ein goldenes Händchen
Außerdem ziemlich auffällig: Das offenbar goldene Händchen von Trainer Merlin Polzin. Drei der fünf HSV-Saisontreffer gelangen nämlich eingewechselten Spielern. Muheim kam vor seinem Treffer für den verletzten Nicolai Remberg.
Terem Moffi, der zuvor nach Muheim-Vorlage für den 2:2-Ausgleich gesorgt hatte, war nur wenige Minuten vor seinem Treffer eingewechselt worden. Gegen Köln war es Yussuf Poulsen, der in der Halbzeit aufs Feld durfte und nur fünf Minuten später für das 2:0 sorgte.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der HSV wohl zwei neue Geheimwaffen hat: Einmal gelingt es offenbar wieder, Standards für sich zu nutzen und zum Torerfolg zu kommen. Auf der anderen Seite scheinen die Joker, die Merlin Polzin aufs Feld schickt, überdurchschnittlich oft zu zünden. Für die nächsten Bundesligaspiele sind das durchaus gute Nachrichten.

