Nicolai Remberg wird dem HSV wegen eines Kreuzbandrisses lange fehlen. Seinen Ehrgeiz und seine Rolle als Antreiber der Mannschaft will der Kapitän deshalb aber keineswegs ablegen.
Ganz im Gegenteil: Bei einer Medienrunde am Dienstag kündigte der Mittelfeldspieler seinen Teamkollegen mit einem Augenzwinkern an, auch während seiner Reha genau hinzuschauen.
„Ich habe den jungen Spielern und auch ein paar von den gestandenen gesagt, dass ich ihnen in den Arsch treten werde, wenn sie nicht Gas geben“, stellte Remberg klar. Seine Energie, die er bislang täglich auf dem Platz eingebracht habe, müsse nun auf mehrere Schultern verteilt werden. An der Qualität der Mannschaft zweifelt er dabei nicht: „Ich mache mir aber keinen Kopf, dass die Jungs es wuppen werden.“
Ganz aus der Kabine verschwinden will der 26-Jährige ohnehin nicht. Vielmehr hat er bereits eine besondere Motivationsmaßnahme im Kopf: „Ich möchte ein bearbeitetes Bild von mir im Kraftraum hängen haben, auf dem ich blöd gucke, damit die jungen Spieler wissen: Der ist da, der nervt mich, also muss ich etwas tun.“

HSV-Kapitän ehrlich: „Es wäre falsch, nicht traurig zu sein“
Dass ihn der Ausfall trotzdem empfindlich trifft, machte Remberg ebenfalls deutlich. Beim 3:2-Sieg gegen die TSG Hoffenheim hatte er sich am rechten Knie verletzt, die Diagnose Kreuzbandriss folgte wenig später. „Es tut weh, wenn du abends im Bett liegst oder morgens nach dem Aufstehen realisierst, was passiert ist“, erklärte er. Für die erste Nacht nach der Diagnose habe er sich deshalb bewusst vorgenommen, zu trauern und seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen.
Inzwischen versucht der HSV-Kapitän, den Blick nach vorn zu richten. Unterstützung erhält er unter anderem von seiner Oma, die kurzerhand nach Hamburg reiste, sowie von ehemaligen Kreuzbandriss-Patienten wie Ex-HSV-Profi Noah Katterbach. „Ich habe mir auch bei YouTube Videos von Spielern und ihren Geschichten anguckt, wie sie wieder zurückgekommen sind“, ergänzte Remberg.
Wann und wo die Operation erfolgt, die ihm diesem Ziel näherbringen soll, steht derweil noch nicht endgültig fest. Auch eine konkrete Ausfallprognose wollte der Sechser nicht abgeben. „Es ist nicht wichtig, zu sagen, ob die Saison vorbei ist oder nicht. Wir werden es so abstimmen, dass ich wieder da sein werde, wenn ich mich gut fühle“, so Remberg.

