Über 55.000 Zuschauer wünscht sich so manch anderer Klub bei Pflichtspielen. Im Volksparkstadion erlebten der HSV und der FC Kopenhagen am Sonntag bei einem Freundschaftsspiel eine beeindruckende Kulisse.
HSV-Sieg rückt in den Hintergrund
Das lag natürlich vorrangig auch an der Freundschaft beider Klubs und Städte. Nicht nur sehr viele Zuschauer fanden ihren Weg ins Volksparkstadion, auch das Drumherum war überragend: von einer XXL-Choreo über drei Tribünen mit beiden Klub-Logos und eigens angebauten Vorsängerpodesten am reservierten Gäste-Fanblock auf der Südtribüne bis hin zu Wechselgesängen und dem Anfeuern der gegnerischen Mannschaft während der Partie.
Am Ende gewann der HSV gegen den dänischen Topklub mit 2:0, doch das Ergebnis war nach Abpfiff längst in den Hintergrund gerückt. Spieler und Verantwortliche schwärmten nach dem Testkick von dieser besonderen Atmosphäre. „Das war von der Stimmung her wie ein Ligaspiel. So habe ich das in meiner langen Karriere noch nicht gesehen. Chapeau an beide Klubs!“, wird beispielsweise HSV-Stürmer Yussuf Poulsen von der Bild zitiert. Alle sind sich einig, dass es solch ein Freundschaftsspiel sonst nirgendwo in Europa gibt.
Testspiel im Volkspark wie Pflichtbetrieb bei anderen Klubs

Auch HSV-Coach Merlin Polzin zeigte sich mehr als begeistert: „Das ist unfassbar für ein Testspiel, das wir sonst auf unserem Trainingsplatz sechs austragen. Darum beneiden uns andere Mannschaften in ihrem Pflichtspielbetrieb.“ Die Gäste und Freunde aus Kopenhagen schlugen in dieselbe Kerbe. Kopenhagen-Coach Bo Svensson sagte laut der Bild: „Ich habe schon viel erwartet, aber wie viel Gas alle gegeben haben, so etwas kenne ich nicht und von so etwas habe ich noch nie gehört.“ Auch der Keeper Diant Ramaj, der vom BVB nach Kopenhagen ausgeliehen ist, freute sich nach Abpfiff über diese besondere Fanfreundschaft.
Für den emotionalsten Moment sorgte jedoch ein trauriger Anlass. Nach dem Spiel absolvierten beide Teams eine gemeinsame Ehrenrunde und zeigten vor dem Gästeblock große Banner für den verstorbenen Kopenhagen-Fan Mathias, der vergangene Woche bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Schon beim Auflaufen trugen die Spieler Solidaritätsshirts.

