Louis Lemke avancierte beim HSV in den ersten Wochen zum Überflieger, verlor dann aber seinen Platz in der ersten Elf.
Der 16-Jährige wurde sogar wieder in der Regionalliga-Mannschaft herabgestuft, was durchaus für Stirnrunzeln sorgte. Erst im Stadtderby gegen den FC St. Pauli II (0:3), dann am vergangenen Sonntag beim überzeugenden 4:0-Erfolg über den HSC Hannover. Einen Tag zuvor kehrte der in Leipzig nicht berücksichtigte Lemke in der Bundesliga aufs Spielfeld zurück, als er im Heimspiel gegen den 1. FC Köln 13 Minuten vor Schluss eingewechselt wurde.
Die Doppelbelastung ist Teil eines extra für den Linksverteidiger erstellten Planes. So berichtete das „Abendblatt“, dass der HSV eine Art Minutenmodell erstellt hat. Sollte Lemke bei den Profis die anvisierte Anzahl nicht erreichen, kommt er vermehrt in der Regionalliga zum Zug. In Hanover habe er sogar länger als geplant gespielt. „Louis hat einfach Bock zu spielen. Ich will ihn nicht bremsen“, so der auch für den Nachwuchs verantwortliche Co-Trainer Loic Favé.

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Die Freude am Fußball war Lemke auch bei seinen ersten HSV-Einsätzen anzumerken. So überzeugte er in der Vorbereitung auf ganzer Linie, erzielte im DFB-Pokal beim 3:0 gegen Verl sein erstes Tor für die Profis und bot auch im Bundesliga-Auftaktspiel bei Borussia Dortmund eine ansprechende Leistung. Dennoch musste er anschließend seinen Posten an den frisch aus Wolverhampton ausgeliehenen David Møller Wolfe abgeben.
Die Chance auf Startelf-Einsätze ist für Lemke aber weiter gegeben. „Louis ist voll im Konkurrenzkampf drin. Er hat auch nach seiner Einwechslung gegen Köln noch einmal Schwung reingebracht, was den Druck auf den Ball angeht. Er kann immer ein Kandidat sein, sich reinzuspielen oder reinzukommen“, betonte Favé.
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Die Konkurrenzsituation für den jüngsten Hamburger Pflichtspiel-Torschützen wird sich zukünftig allerdings nochmals verschärfen. Miro Muheim, über Jahre unumstrittene Stammkraft auf der linken Seite, pirscht sich nach seiner WM-Teilnahme und folgender Verletzung allmählich wieder heran, wird sich laut Favé aber wohl noch ein wenig gedulden müssen: „Jetzt beginnt sein Start. Dass er ein paar Wochen braucht, um auf sein Fitnesslevel zu kommen, ist klar.“
Angesichts des auslaufenden Vertrages befindet Muheim sich womöglich in seinem letzten HSV-Jahr. Gespräche über eine Verlängerung seien nämlich aktuell nicht geplant. Auf Lemke – jüngst im Jahrgang 2009 mit der Fritz-Walter-Medaille in Bronze ausgezeichnet – baut der Verein dagegen definitiv langfristig, auch wenn dieser sich in seiner ersten Profisaison noch das ein oder andere Mal hinten anstellen muss.
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