Der erste Dreier ist da, die Stimmung beim HSV hat sich nach dem 2:1 gegen den 1. FC Köln spürbar verbessert. Mario Basler lässt sich davon allerdings nicht überzeugen.
Im „Doppelpass“ von SPORT1 prophezeite der frühere Nationalspieler den Hamburgern trotz des Befreiungsschlags eine schwierige Saison. „Ich glaube, dass der HSV große Probleme bekommt, die Klasse zu halten“, sagte Basler. Besonders deutlich fällt sein Urteil über den zusammengestellten Kader aus: „Sie sind nicht gut genug mit der Truppe.“
Damit bleibt der 57-Jährige seiner Linie treu. Bereits kurz vor dem Saisonstart hatte Basler im Podcast „Basler ballert“ Zweifel an den Rothosen geäußert und gemutmaßt: „Ich glaube, dass der HSV eine schwere Saison vor sich haben wird.“ Der erste Sieg ändert an seiner grundsätzlichen Einschätzung offenbar wenig.
Besonders kritisch sieht Basler den Verlust von Luka Vuskovic. Der 19-Jährige war in der vergangenen Saison von Tottenham Hotspur ausgeliehen und überzeugte im Volkspark auf ganzer Linie. Im Sommer wechselte der Innenverteidiger zu Brighton and Hove Albion, wo er ebenfalls sofort zum Leistungsträger avancierte. „Man hat einen Weltklasse-Spieler verloren und diese Position nicht adäquat ersetzen können“, so Basler.

Armin Veh verteidigt den HSV
Armin Veh hingegen schlägt weitaus positivere Töne gegenüber dem HSV an. Der frühere Coach stellte sich im „Doppelpass“ vor allem hinter Merlin Polzin, dessen jüngste Vertragsverlängerung aufgrund der sportlichen Krise für so manche Diskussion sorgte. „Er ist nach acht Jahren mit dem HSV aufgestiegen und trotz einer schwierigen Saison hat er die Klasse gehalten. Wenn man dem kein Vertrauen schenkt, ist man selbst schuld“, sagte Veh.
Gleichzeitig relativierte er die Bedeutung des neuen Vertrags. „Das ist schon bemerkenswert, aber er muss das erstmal bis 2029 schaffen“, erklärte Veh mit Blick auf die langfristige Verlängerung. „Die Halbwertszeit bei Trainern ist nicht so lange. So echte Dreijahresverträge gibt es nicht mehr.“
Der Köln-Sieg aber hat sowohl dem HSV als auch Polzin zunächst Luft verschafft. Basler bleibt dennoch bei seiner Warnung und sieht die Hanseaten trotz des ersten Erfolgserlebnisses noch lange nicht über den Berg.

