Nach dem 4. Spieltag verabschiedet sich die Bundesliga in eine dreiwöchige Länderspielpause. Diese könnte den HSV stärker denn je treffen.
Mit den Nationalspielern ist das aus Vereinssicht immer so eine Sache: Einerseits gilt es völlig zurecht als Ehre, wenn sich die eigenen Schützlinge auf internationaler Bühne beweisen und mit den teils besten Spielern der Welt messen können. Andererseits erschwert die damit einhergehende Abwesenheit zahlreicher Akteure den Trainingsbetrieb massiv. Das ist insbesondere dann fatal, wenn es sportlich ohnehin nicht rund läuft und ein weitgehend neu zusammengestelltes Team nach seinen Automatismen sucht.
In genau diesem Zwiespalt befindet sich aktuell der HSV. Die Rothosen haben den Saisonstart ordentlich verschlafen und stehen nach drei Spieltagen punkt- und torlos am Tabellenende. Die nach dem Köln-Spiel beginnende Länderspielpause bietet daher eigentlich eine willkommene Gelegenheit, um sich über mehrere Wochen hinweg noch einmal verstärkt aufeinander abstimmen zu können. Aber ist das wirklich realistisch?
Dem HSV könnte eine komplette Mannschaft fehlen
Vermutlich nicht. Es besteht nämlich die Möglichkeit, dass HSV-Trainer Merlin Polzin in den kommenden drei Wochen auf mehr als eine gesamte Mannschaft verzichten muss. Mit Otto Stange, Louis Lemke (DFB-Nachwuchs), Sander Tangvik, David Möller Wolfe (Norwegen), Albert Grønbæk (Dänemark), Miro Muheim (Schweiz), Immanuel Pherai (Suriname), Patson Daka (Sambia), Terem Moffi (Nigeria), Zakaria El Ouahdi (Marokko) und Nicolas Capaldo (Argentinien) waren im Laufe des Jahres bereits zwölf Hamburger für ihre Nationalteams nominiert.

Und natürlich: Nicht jeder der genannten Namen wird auch in dieser Länderspielpause für sein Land auf dem Platz stehen. So dürfte beispielsweise Capaldo nur absolute Außenseiterchancen auf eine Berufung in die Albiceleste haben. Im Gegenzug gibt es jedoch HSV-Stars, die in naher Zukunft den ersten Schritt ihrer Nationalmannschaftskarriere gehen könnten. Dazu zählen allen voran die Mittelfeldmänner Bilal Nadir (Marokko) und Nicolai Remberg, der laut Sky zumindest im Blickfeld von Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp stehen soll.
Zudem betonte Routinier Yussuf Poulsen in den vergangenen Monaten mehrfach, wie groß sein Wunsch ist, weiterhin für Dänemark auf dem Platz zu stehen. Auch er darf zumindest von einer Nominierung träumen. Im absoluten Worst Case muss Polzin während der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Hoffenheim (10. Oktober, 15.30 Uhr) also auf satte 15 Spieler verzichten. Wie viele es letztlich genau sein werden, zeigen erst die kommenden Tage.

