Am Sonntagnachmittag erlebte der HSV ein böses Erwachen: Gegen abgezockte Mainzer gerieten die Rothosen mit 0:5 unter die Räder.
Der Fehlstart ist perfekt: Mit zwei Niederlagen und 0:7 Toren grüßt der HSV nach zwei Spieltagen vom letzten Tabellenplatz. Gegen Mainz enttäuschten die Hanseaten auf ganzer Linie und unterlagen völlig verdient mit 0:5. Schon früh nahm das Unheil seinen Lauf: Sheraldo Becker brachte die Gäste nach einem kapitalen Hamburger Fehler mit 1:0 in Führung (20.), Philipp Mwene erhöhte kurz vor der Halbzeit auf 2:0 (42.). Ein Doppelpack von Phillip Tietz (48. und 83.) sowie ein später Treffer von Ex-HSV-Star Ransford Königsdörffer (90.+1) machten die Hamburger Blamage perfekt. Entsprechend unvorteilhaft fällt auch die Einzelkritik aus.
Der HSV gegen Mainz in der Einzelkritik:
Daniel Heuer Fernandes: Bei vier von fünf Gegentreffern war der Schlussmann völlig machtlos. Im Moment des 0:4 aber passte er sich dem Niveau seiner Vorderleute an. Note: 4-
Zakaria El Ouahdi: Für den Last-Minute-Neuzugang war es nicht das erhoffte Debüt. Gelegentliche Ballverluste und naturgemäß fehlende Chemie mit den neuen Teamkollegen zeichneten sein Spiel. Auch in der Rückwärtsbewegung nicht frei von Fehlern. Note: 5
Nicolas Capaldo: Wie fast immer suchte der Argentinier regelmäßig den Weg in die gegnerische Hälfte, Torgefahr erzeugte er dabei keine. Defensiv zudem genau so überfordert wie seine Nebenmänner. Note: 5
Sebastiaan Bornauw: Die Körperlichkeit von Phillip Tietz machte dem neuen Abwehrchef sichtlich zu schaffen. Auch die eine oder andere Klärungsaktion kann einen gänzlich gebrauchten Nachmittag nicht kaschieren. Beim 0:4 und 0:5 war er besonders neben der Spur. Note: 5-
Jordan Torunarigha (bis 46.): In der ersten Halbzeit ein absoluter Unsicherheitsfaktor. Wie schon in Dortmund hatte er Probleme mit seiner Standfestigkeit. Agierte auch darüber hinaus fehleranfällig und wurde folgerichtig nach nur 45 Minuten erlöst. Note: 6

David Möller Wolfe: Ein eifriges Debüt mit gelegentlich interessanten Ansätzen. In einer schwachen HSV-Mannschaft gehörte der Norweger noch zu den besseren Spielern. Dazu brauchte es allerdings nicht viel. Note: 4
Nicolai Remberg: Der Kapitän leistete sich einen für ihn völlig ungewöhnlichen Fehler und ermöglichte so das Mainzer 1:0. Konnte die Mannschaft auch im Anschluss nicht zusammenhalten. Seine Limitierungen im Spielaufbau werden gegen einen tiefstehenden Gegner ebenso deutlich. Note: 5
Bilal Nadir (bis 46.): Die Zahlen stimmten: Pass- und Zweikampfquote geben nur wenig Anlass für Kritik. Wirklichen Einfluss auf das HSV-Spiel nahm der Linksfuß dennoch nicht. Letztlich fiel er einer offensiveren Ausrichtung zum Opfer und sah den zweiten Durchgang von der Bank aus. Note: 4
Martin Adeline (bis 46.): Mangelnden Einsatz in der Arbeit gegen den Ball kann man dem Franzosen nicht vorwerfen. Die eigene Offensive durch Torgefahr oder Kreativität zu beeinflussen allerdings ebenso wenig. Nach der ersten Halbzeit hatte er Feierabend. Note: 5
Albert Grønbaek: Sein technisches Können blitzte zwar gelegentlich auf, doch gerade mit Blick auf seine starken Vorwochen enttäuschte auch der Spielmacher. Insbesondere in der zweiten Halbzeit mit ungewohnter Streuung in seinen Pässen. Note: 4-
Terem Moffi (bis 64.): Hing bei seinem ersten Startelfeinsatz über weite Strecken in der Luft und verzeichnete in der ersten Halbzeit gerade einmal acht Ballkontakte. Otto Stange ersetzte ihn Mitte des zweiten Durchgangs. Note: 5
So spielten die HSV-Joker:
Shafiq Nandja (ab 46.): Der Ersatzmann für den völlig überforderten Torunarigha. Die Hoffnung nach sofortiger Stabilität einem 19-Jährigen zuzuschreiben, wäre unfair. Note: 4
Fabio Vieira (ab 46.): Bei seiner mit Spannung erwarteten Rückkehr konnte er keinen Einfluss auf das Spiel nehmen. Sein direkter Freistoß gehörte noch zu den besseren HSV-Chancen. Note: 4
Patson Daka (ab 46.): Engagiert, aber ähnlich wirkungslos wie seine Sturmkollegen. Note: 4-
Otto Stange (ab 64.): Stets bemüht, aber glücklos. So lassen sich viele seiner bisherigen Bundesliga-Leistungen beschreiben. Note: 4-
Louis Lemke (ab 84.): Nach Startelf-Einsatz in Dortmund heute nur Joker. Note: Ohne Bewertung

