Die Trinkpausen im Testspiel des HSV gegen den FC Everton (1:2) sorgten am vergangenen Samstag für ungewohnte Reaktionen im Volksparkstadion.
Als Schiedsrichter Harm Osmers in beiden Halbzeiten eine sogenannte „Hydration Break“ anordnete, quittierten viele der knapp 40.000 Zuschauer die Unterbrechungen mit deutlichen Pfiffen. Trainer Merlin Polzin kann die Aufregung zwar nachvollziehen, betrachtet das Thema jedoch weitaus weniger emotional. „Die Reaktion war schon interessant“, zitiert die Mopo den HSV-Coach. Bei Temperaturen von knapp 30 Grad seien die Trinkpausen „normal, weil es einfach warm war“.
Grundsätzlich sieht Polzin durchaus Vorteile in den Unterbrechungen. „Wenn es einfach warm ist und der Sicherheit sowie der Gesundheit der Spieler hilft, sollte man es auf jeden Fall machen“, erklärte der 35-Jährige. Schließlich werde auf dem Platz inzwischen mit hoher Intensität gearbeitet. Gleichzeitig bieten die kurzen Pausen den Trainern die Möglichkeit, taktische Anpassungen direkt während des Spiels vorzunehmen.

Hydration Breaks: HSV will es „so nehmen, wie es kommt“
Eine pauschale Einführung von Hydration Breaks befürwortet der HSV-Trainer allerdings nicht. „Wenn es einfach nur eine Regel ist, um sie umzusetzen, halte ich davon nichts“, stellte Polzin klar. Entscheidend sei für ihn stets die konkrete Situation und nicht eine starre Vorgabe.
Der oft und häufig auch zurecht geäußerte Vorwurf, Trinkpausen würden die Dynamik eines Spiels massiv verändern, bestätigte sich gegen Everton derweil nur bedingt. Das zwischenzeitliche 0:1 fiel erst rund 20 Minuten nach der ersten Unterbrechung und war vor allem auf einen individuellen Fehler in der HSV-Defensive zurückzuführen. Zwar verlor die Partie nach der Trinkpause in der zweiten Halbzeit etwas an Tempo, das dürfte jedoch auch mit dem Stand der Vorbereitung sowie den zahlreichen Wechseln auf beiden Seiten zusammengehangen haben.
Eine klare Position pro oder contra Hydration Breaks vermeidet Polzin deshalb bewusst. „Wir nehmen es so, wie es kommt“, sagte der HSV-Coach. In der Bundesliga bleibt es ohnehin bei Einzelfallentscheidungen, abhängig von Wetter und Bedingungen vor Ort.

