Vor wenigen Wochen schien die Tendenz klar zu sein: Daniel Elfadli wollte beim HSV bleiben und sich in der Vorbereitung für mehr Einsatzzeit empfehlen.
Doch rund drei Wochen nach dem Trainingsauftakt stellt sich die Frage, ob der Defensiv-Allrounder seine Perspektive im Volkspark neu bewerten muss. Noch in der Aufstiegssaison vor einem Jahr gehörte Elfadli zu den absoluten Leistungsträgern der Rothosen. 31 Pflichtspiele, drei Tore und ein vorzeitig bis 2028 verlängerter Vertrag unterstrichen seinen Stellenwert.
Nach der Rückkehr in die Bundesliga änderte sich das Bild jedoch deutlich. In der Rückrunde der vergangenen Spielzeit verlor der 29-Jährige seinen Stammplatz und kam in den letzten acht Ligapartien auf lediglich 83 Einsatzminuten.
Seitdem hat sich seine Situation nicht verbessert. Im Gegenteil: Auch in der laufenden Vorbereitung spielt Elfadli nur eine Nebenrolle. In den Testspielen gegen Rapid Wien (2:3) und den 1. FC Heidenheim (3:1) erhielt er arg limitierte Einsatzzeiten. Selbst als möglicher Platzhalter für den noch gesuchten Nachfolger von Luka Vuskovic setzte Merlin Polzin zuletzt häufiger auf Nachwuchsspieler Jason Bissi-Mouelle.

HSV: Elfadli-Entscheidung erst nach Bundesliga-Start?
Diese Entwicklung dürfte bei Elfadli zwangsläufig für große Enttäuschung gesorgt haben. Der Bild zufolge lässt er sich diesen Frust allerdings nicht anmerken. Der libysche Nationalspieler tritt auch weiterhin ehrgeizig, trainingsfleißig und hochprofessionell auf. Noch zu Beginn der Vorbereitung hatte er sich bewusst gegen einen vorschnellen Wechsel entschieden und stattdessen den Konkurrenzkampf gesucht.
Doch die Ausgangslage wird zunehmend komplizierter. Der HSV fahndet weiterhin nach einem zentralen Innenverteidiger mit Startelf-Format. Zudem wird Mario Vuskovic nach Ablauf seiner Dopingsperre im Herbst wieder zum Team stoßen. Auch die Youngster wie Shafiq Nandja oder der bereits erwähnte Bissi-Mouelle drängen in die Mannschaft.
Trotzdem ist ein Wechsel für den Moment kein Thema. Weder Elfadli noch sein Umfeld sollen bislang gegenüber dem Verein einen Abschiedswunsch haben. Sollte sich bis zum Bundesliga-Start Ende August jedoch nichts an seiner sportlichen Perspektive ändern, könnte die Situation noch einmal neu bewertet werden.

