Die Ungeduld vieler HSV-Fans wächst. Der Grund: Die Aktivität ihres Lieblingsvereins auf dem Transfermarkt hält sich bislang in Grenzen.
Doch von Nervosität oder gar einem Transferstau will Merlin Polzin nichts wissen. Nach dem dreitägigen Trainingslager in Dänemark absolvierte der HSV zu Wochenbeginn erstmals wieder eine öffentliche Einheit im Volkspark. Mit Martin Adeline war dabei auch der jüngste Neuzugang präsent. Der französische Offensivspieler wechselt von ES Troyes AC nach Hamburg und ist neben Kofi Amoako sowie dem fest verpflichteten Albert Grönbaek bislang einer der wenigen Zugänge dieses Sommers.
Gerade in den sozialen Netzwerken sorgt das bei einigen Anhängern für Kritik. Schließlich suchen die Rothosen weiterhin Verstärkungen für mehrere Positionen. Zwei Stürmer, ein Innenverteidiger sowie Neuzugänge für beide Schienen sollen kommen. Trotz der offenen Kaderstellen sieht Polzin allerdings keinen Grund zur Sorge.
„Wir wissen genau, was wir wollen, mit welcher Art und Weise wir Fußball spielen wollen“, betonte der HSV-Coach am Montag. Deshalb wolle man sich auf dem Transfermarkt nicht unter Druck setzen lassen. Vielmehr verweist der 35-Jährige auf die Erfahrungen aus dem Vorjahr: „Wir haben im letzten Sommer das klar gehabt, haben gewartet und es hat ein bisschen gedauert.“

HSV nur auf dem Papier mit einem Transfer-Rückstau
Tatsächlich zahlte sich die Geduld damals aus. Der HSV stellte ein konkurrenzfähiges Team zusammen und schaffte am Ende souverän den Klassenerhalt. Dennoch fällt auf, dass die Kaderplanung in diesem Sommer etwas hinterherhinkt. Vor einem Jahr hatten die Hamburger um diese Zeit bereits mehrere wichtige Verpflichtungen eingetütet. Nicolai Remberg, Jordan Torunarigha, Rayan Philippe, Nicolas Capaldo und Yussuf Poulsen unterschrieben allesamt wahlweise noch im Juni oder zu Beginn des Julis.
Allerdings gibt es dafür nachvollziehbare Gründe. Die weiterhin laufende Weltmeisterschaft beeinflusst den internationalen Markt erheblich. Viele Personalentscheidungen dürften erst nach Turnierende getroffen werden. Zudem beginnt die kommende Bundesliga-Saison eine Woche später als die vergangene. Noch muss den HSV-Fans also keinesfalls Angst und Bange zumute sein. Und immerhin: Mit Martin Adeline wurde in dieser Woche ein vielversprechender Auftakt gemacht.

