Er war einer der wohl außergewöhnlichsten Fußballer seiner Generation. Beinahe hätte es „Lord Bendtner“ sogar zum HSV verschlagen.
Nicklas Bendtner sorgte während seiner Karriere weniger mit Toren, sondern vor allem mit seinem extravaganten Auftreten für Schlagzeilen. Der Spitzname „Lord Bendtner“ wurde zum Kultbegriff und steht bis heute sinnbildlich für die eigenwillige Attitüde des Angreifers. Dass hinter der schillernden Fassade aber auch ein hochveranlagter Stürmer steckte, war unbestritten. Eben jenen vielversprechenden Angreifer wollte Frank Arnesen im Sommer 2012 unbedingt zum HSV lotsen.
„Ich habe damals alles getan, um Nicklas zu holen“, berichtete der ehemalige HSV-Sportvorstand nun gegenüber der Mopo. Arnesen versuchte, Bendtner von einem Wechsel nach Hamburg zu überzeugen und verwies dabei auch auf die besondere Verbindung zwischen dem HSV und Dänemark: „Ich habe ihm gesagt, vielleicht ist das für dich ein Schritt zurück, aber beim HSV spielst du Bundesliga und es kommen 3.000 dänische Fans zu den Heimspielen. Das wäre so passiert.“

Arnesen erklärt: Darum ging der HSV bei Bendtner leer aus
Am Ende entschied sich Bendtner, zu diesem Zeitpunkt beim FC Arsenal unter Vertrag, jedoch gegen ein Engagement im Volkspark. „Ich habe viel mit Nicklas Bendtner geredet. Aber er wollte unbedingt Europapokal spielen“, erklärte Arnesen bereits im September 2012. Statt zum HSV zu wechseln, zog es den Angreifer also auf Leihbasis zum italienischen Top-Klub Juventus. Der ganz große Durchbruch blieb allerdings sowohl in Turin als auch andernorts aus.
Ob es beim HSV besser geklappt hätte? Vermutlich nicht. Fest steht aber, dass Arnesen während seiner Amtszeit zwischen 2011 und 2013 erkennbar darum bemüht war, den skandinavischen Markt stärker zu nutzen. So verpflichtete er unter anderem Mittelfeldspieler Christian Nørgaard von Lyngby BK. Der damalige Youngster bekam in der Hansestadt jedoch kein Bein auf den Boden und wechselte nach nur einer Saison zurück in seine Heimat. Aus Sicht von Arnesen eine verpasste Chance.
„Es war unglaublich, dass der HSV ihn damals hat gehen lassen“, sagt er rückblickend über Nørgaard. Dieser reifte zu einem späteren Zeitpunkt seiner Karriere beim Premier-League-Klub FC Brentford zum Führungsspieler und ist mittlerweile für Arsenal aktiv – den Ex-Verein von Nicklas Bendtner also.

