Sebastian Schonlau hat es an das andere Ende der Welt verschlagen. Doch der HSV ist für den früheren Kapitän weiterhin sehr präsent.
Seit seinem Wechsel zu den Vancouver Whitecaps lebt der 31-Jährige in Kanada. Trotzdem verfolgt er die Hamburger Spiele noch immer intensiv, „wenngleich es manchmal hart ist“, wie Schonlau jüngst im Mopo-Interview erklärte. „Wenn um 15.30 Uhr angepfiffen wird, ist es bei uns 6.30 Uhr morgens. Das verlangt mir manchmal schon eine Menge ab.“
Der Innenverteidiger, der seit rund neun Monaten in der MLS spielt, hat sich in Vancouver gut eingelebt. Besonders die Stadt hat es ihm angetan. „Vancouver ist phänomenal. Du hast diese gefühlt einzigartige Kombination aus Meer, Bergen und Strand, da ist für jeden etwas dabei“, geriet er ins Schwärmen. Gleichzeitig sei der Alltag aber auch gewöhnungsbedürftig: „Grundsätzlich fällt auf, dass das Leben hier sehr teuer ist. Für Käse zum Beispiel kann man unglaublich viel Geld loswerden.“
Sportlich verlief sein Start in Nordamerika dagegen weniger reibungslos. Verletzungen warfen Schonlau immer wieder zurück, erst eine gesundheitliche Stabilisierung bringt ihn nun näher an einen Neustart. „Es soll jetzt für mich hier richtig losgehen“, machte der Routinier deutlich.

Schonlau jubelte über HSV-Klassenerhalt
Und wie steht es um seine Beziehung zum HSV? Trotz aller Distanz bleibt Schonlau den Rothosen auch weiterhin verbunden. Die jüngste Entwicklung des Vereins nimmt er zudem mit großem Wohlwollen zur Kenntnis. „Ich habe mich sehr gefreut, dass die Jungs den Klassenerhalt geschafft haben und vor allem auch, dass es ein Jahr war, auf dem man aufbauen kann“, betonte er.
Auch die Verbindung zu seinen ehemaligen Mitspielern ist weiterhin eng. Vor allem zu Miro Muheim, der aktuell mit der Schweiz bei der WM in Nordamerika im Einsatz ist, pflegt er eine gute Beziehung. Schonlau kündigte an, das Spiel in Vancouver live im Stadion verfolgen zu wollen: „Es würde mich sehr freuen, Miro zu treffen. Letztlich verbinden uns Erinnerungen, die mir niemand mehr nehmen kann.“
Bitter: Muheim könnte für die Partie gegen Gastgeber Kanada (Mittwoch, 21.00 Uhr) verletzungsbedingt ausfallen. Wegen einer im Mannschaftstraining erlittenen Wadenverletzung verpasste er bereits das zweite Gruppenspiel der Eidgenossen. Ein Wiedersehen mit Schonlau dürfte seine Laune sicherlich etwas erhellen.

