Für Miro Muheim sollte die Weltmeisterschaft eigentlich der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere werden. Doch der HSV-Profi erlebt bislang ein Turnier zum Vergessen.
Dabei hatte sich für Muheim mit der ersten WM-Nominierung überhaupt ein lang gehegter Traum erfüllt. Beim Auftakt der Schweiz gegen Katar wurde der 28-Jährige in der 89. Minute eingewechselt und sollte helfen, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Doch in der Nachspielzeit nahm das Drama seinen Lauf: Nach einer Hereingabe geriet Muheim im Kopfballduell unter Druck und lenkte den Ball unglücklich ins eigene Tor. Das 1:1 kostete die Eidgenossen wichtige Punkte und brachte dem Hamburger anschließend sogar Hass-Kommentare in den sozialen Netzwerken ein.
Doch damit nicht genug. Wenige Tage später zog sich Muheim im Training der Reservisten eine Wadenverletzung zu. Die Blessur zwang ihn dazu, mehrere Einheiten auszusetzen. Schließlich verpasste er sogar das zweite Gruppenspiel gegen Bosnien und Herzegowina, das die Schweiz am Donnerstag mit 4:1 gewann.

HSV hofft auf Marktwert-Sprung von Muheim
In Abwesenheit von Muheim gelang der Nati ein echter Befreiungsschlag. Nach torloser erster Halbzeit wechselte Nationaltrainer Murat Yakin in der Schlussphase Johan Manzambi und Rubén Vargas ein. Das aus der Bundesliga bestens bekannte Joker-Duo drehte auf und führte die Schweizer zu einem letztlich deutlichen 4:1-Erfolg.
Für Muheim stellt sich derweil die Frage, wann er wieder auf die WM-Bühne zurückkehren kann. Noch ist ungewiss, ob der HSV-Profi rechtzeitig für das abschließende Gruppenspiel gegen Gastgeber Kanada fit wird. Dort geht es für die punktgleichen Teams um den Gruppensieg. Während Kanada bereits ein Remis reichen würde, braucht die Schweiz einen Sieg.
Der HSV dürfte die Situation seines Führungsspielers genauestens im Auge behalten: Muheims Vertrag läuft nur noch bis 2027, sein Marktwert liegt aktuell bei rund fünf Millionen Euro. Starke WM-Auftritte hätten seinen Wert auf dem Transfermarkt weiter verbessern können. Bei einem etwaigen Wechsel noch in diesem Sommer würden die Hanseaten dem Hamburger Abendblatt zufolge rund sechs Millionen Euro an Ablösesumme verlangen.

