Die Hoffnungen, die der HSV im vergangenen Sommer in den Transfer von Yussuf Poulsen setzte, waren groß. Immerhin kam der Däne von einem Europapokal-Anwärter.
Der erfahrene Angreifer, zuvor zwölf Jahre lang bei RB Leipzig unter Vertrag, sollte eine zentrale Rolle in der frisch aufgestiegenen und dementsprechend unerfahrenen Bundesliga-Mannschaft des HSV spielen. Wegen hartnäckigen Verletzungsproblemen war davon in den letzten Monaten allerdings nur wenig zu sehen.
Insgesamt fünf verschiedene Blessuren warfen Poulsen zurück. Damit verpasste der 31-Jährige einen Großteil der Spielzeit und kam lediglich auf 19 Einsätze. Statt als Torgarant in Erscheinung zu treten, erzielte der ehemalige Leipziger lediglich einen Treffer.
Trotzdem genießt Poulsen beim HSV weiterhin hohes Ansehen. Sportdirektor Claus Costa machte nun gegenüber Sport Bild deutlich, dass der HSV den Stürmer noch längst nicht abgeschrieben hat. „Wir können heute noch nicht sagen, ob er kommende Saison 34 Spiele über 90 Minuten machen könnte, aufgrund seiner Vorgeschichte. Aber wir hoffen natürlich, dass er deutlich mehr zur Verfügung steht als vergangene Serie“, erklärte Costa.

HSV-Boss über Poulsen: „Er kann sich nicht schonen“
Im Volkspark beschäftigt man sich allerdings intensiv mit der Frage, warum Poulsen so häufig ausfällt. Dabei könnte auch seine enorme Trainingsintensität eine Rolle spielen. Der Skandinavier gilt als absoluter Musterprofi, der in jeder Einheit ans Limit geht. Costa beschreibt ihn als Spieler, der „immer mit 100 Prozent Einsatz“ trainiere und sich niemals zurücknehme. „Er kann sich nicht schonen, ackert auf dem Platz und gibt immer Vollgas“, so der HSV-Sportdirektor.
Genau darin könnte aber auch ein Teil des Problems liegen. Bei RB Leipzig war Poulsen aufgrund der regelmäßigen Europapokal-Teilnahmen an einen anderen Rhythmus gewöhnt. In Hamburg standen dagegen deutlich mehr Trainingseinheiten auf dem Programm. Die notwendige Balance zwischen Belastung und Regeneration will der HSV in der kommenden Saison besser treffen. Ein vorzeitiger Abgang des Routiniers steht also nicht zur Debatte.

