Es ist bei Weitem nicht die Saison von Jean-Luc Dompé. Der einstige Unterschiedsspieler des HSV kam bis heute nicht in der Bundesliga an.
Dabei hatte er noch im vergangenen Jahr mit neun Toren und 14 Assists entscheidend zum Aufstieg beigetragen. Ohne den Franzosen wäre der HSV womöglich nie ins Oberhaus zurückgekehrt. Doch an die starken Leistungen der Vorsaison konnte er seitdem nicht anknüpfen.
Die Gründe dafür sind vielschichtig: Dompé zog sich während der Sommer-Vorbereitung eine Sprunggelenksverletzung zu, die ihn über weite Strecken dieser Spielzeit stark beeinträchtigte. Immer wieder steuerte Merlin Polzin das Einsatzpensum seines Flügelspielers ganz bewusst.
Aber auch unabhängig von seiner körperlichen Verfassung tat sich Dompé in der Bundesliga schwer. Das gestiegene Niveau der Abwehrreihen machte dem 30-Jährigen genau so zu schaffen wie das Fehlen eines Zielspielers für seine zahlreichen Hereingaben. Dem groß gewachsenen Davie Selke legte er im Aufstiegsjahr zahlreiche Treffer auf. Unter den HSV-Fans mehrten sich daher schon in der Hinrunde die Stimmen, die an seiner langfristigen Zukunft im Verein zweifelten.

Dompé antwortet HSV-Fan auf X
Zum ganz großen Kipppunkt der Beziehung zwischen dem HSV und Dompé kam es jedoch im Januar. Der Linksaußen wurde mit einem Promillewert von 1,4 am Steuer erwischt und anschließend vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert. Viele Beobachter gingen sogar davon aus, dass die Volkspark-Zeit des einstigen Fan-Lieblings zu einem schnellen Ende finden würde. Knapp drei Jahre zuvor hatte sich Dompé nämlich ein ähnliches Vergehen geleistet.
Doch der Klub gewährte seinem Profi eine letzte Chance und öffnete die Tür für eine Rückkehr auf den Platz. Mit Ausnahme eines Elfmetertreffers gegen den VfL Wolfsburg (2:1) nahm der Dribbler in den letzten Monaten jedoch nahezu keinen Einfluss auf das hanseatische Spiel. Dompé fiel in der Flügel-Hackordnung hinter Neuzugang Philip Otele zurück und verpasste weitere Partien aufgrund von Verletzungen oder Krankheiten. Das Resultat: Ein völlig enttäuschendes erstes Bundesliga-Jahr mit drei Toren und null Assists in nur 1.138 Einsatzminuten.
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Ob es über den aktuellen Sommer hinaus beim HSV weitergeht, ist folglich völlig offen. Seinen Status als Stammspieler dürfte Dompé so schnell jedenfalls nicht zurückerhalten. Doch an einen Abgang denkt er offenbar nicht. Auf einen X-Kommentar, welcher auf einen baldigen Wechsel anspielte, antwortete Dompé kurz und knapp: „My contract is 2027″. Diesen Post versah er zudem mit einem Kusssmiley.
Tatsächlich besitzt der Routinier ein laufendes Arbeitspapier und könnte sich somit gegen einen etwaigen Transfer sperren. Noch ist allerdings offen, wie genau der HSV mit seinem Schützling plant. Ganz akute Abwanderungsgedanken scheint Dompé, ohnehin für seine teils kryptischen Posts in den sozialen Medien bekannt, jedenfalls nicht zu hegen.

