Der HSV geht nach dem gesicherten Klassenerhalt in einen wichtigen Transfersommer. Zur ganz großen Kader-Revolution soll es allerdings nicht kommen.
Finanzvorstand Eric Huwer kündigte vielmehr einen kontrollierten Umbau der Mannschaft an. „Wir haben einen Umbruch. Der wird aber nicht so intensiv sein wie der im letzten Jahr“, erklärte der 42-Jährige im NDR-Interview. Nach zahlreichen personellen Veränderungen infolge des geschafften Aufstiegs wolle der HSV diesmal gezielter nachjustieren. Dennoch stehen die Verantwortlichen vor Herausforderungen: Gleich sechs Leihspieler verlassen den Verein, zudem laufen mehrere Verträge aus.
Trotzdem sieht sich der Klub wirtschaftlich hervorragend aufgestellt. „Wir haben nicht nur auf dem Platz tolle Ergebnisse erzielt, sondern auch außerhalb. Wir laufen auf ein absolutes Rekordjahr hinaus“, sagte Huwer. Der langjährige Finanzchef gilt als einer der Architekten der wirtschaftlichen Stabilisierung des Traditionsvereins, der selbst nach sieben Jahren Zweitklassigkeit solide dasteht.

HSV: Huwer spricht über Vuskovic und Vieira
Große finanzielle Risiken will der HSV trotz der verbesserten Lage weiterhin vermeiden. „Wir sind nicht reich, aber wir sind gesund. Und wir wollen weiterhin unseren vernünftigen und nachhaltigen Weg gehen“, betonte Huwer. Dabei grenzte er sich indirekt auch von früheren Jahren ab, in denen der Verein regelmäßig auf externe Geldgeber angewiesen war. „Wir wollen uns nicht fremdfinanzieren, wollen uns nicht in neue Abhängigkeiten begeben mit irgendwelchen Investorengeldern, sondern wir machen es aus eigener Kraft“, sagte der Vorstand.
Nur die Raute – von HSV-Fans für HSV-Fans
Diese Kraft hat naturgemäß ihre Grenzen. So scheint ein weiteres HSV-Jahr von Abwehrtalent Luka Vuskovic unrealistisch. Mit Blick auf den Marktwert des Kroaten erklärte Huwer: „Meine Prognose ist, dass 70 Millionen Euro Ablöse für ihn nicht reichen werden.“
Auch bei Mittelfeldspieler Fábio Vieira werden die Rothosen heftig um einen Verbleib kämpfen müssen. Die mit Arsenal vereinbarte Kaufoption in Höhe von rund 20 Millionen Euro könne der HSV „zu dem Preis“ nicht stemmen. Dennoch blickt Huwer optimistisch auf die kommenden Monate: „Wenn wir noch einmal eine solche Transferperiode hinlegen mit der Trefferquote wie im letzten Jahr, dann braucht sich keiner Sorgen machen.“

