Der HSV kommt dieser Tage einfach nicht zur Ruhe. Grund ist ein öffentliches Beschwerde-Interview von Robert Glatzel. Nun hat Trainer Merlin Polzin Konsequenzen gezogen.
Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, wird der Stürmer am Samstag gegen Borussia Dortmund (18.30 Uhr, Sky) nicht zum Spieltagskader gehören. Die Reise ins Ruhrgebiet ist der Routinier demnach gar nicht erst mit angetreten.
Dabei ließ sich Glatzel im Training nichts anmerken. Laut Bild-Bericht absolvierte der 32-Jährige die Einheit engagiert, suchte den Austausch mit seinen Mitspielern und wirkte äußerlich unbeeindruckt. Noch am Vortag ließ Trainer Merlin Polzin die endgültige Entscheidung offen. Mit Blick auf die Partie in Dortmund erklärte er: „Es kann in alle Richtungen gedacht werden. Der Kader fürs Wochenende steht jetzt noch nicht fest. Das eine oder andere warten wir noch ab.“
Nur wenige Stunden später fiel jedoch die Entscheidung. Und die hatte es in sich. Glatzel wurde aus disziplinarischen Gründen für die Partie gestrichen. Ausschlaggebend war dabei nicht der Inhalt seines Interviews, in dem er seine Unzufriedenheit über die Rolle als Reservist deutlich gemacht hatte, sondern der Umstand, dass dieses ohne Abstimmung mit dem Verein veröffentlicht wurde.

Glatzel fällt beim HSV immer mehr in Ungnade
Für den Angreifer ist es eine ungewohnte Situation. Vor zwei Jahren noch Torschützenkönig der 2. Bundesliga, kommt Glatzel aktuell kaum noch zum Zug. In dieser Spielzeit stehen bislang 14 Ligaeinsätze und lediglich 290 Minuten zu Buche. Zuletzt saß er viermal in Folge für 90 Minuten auf der Bank.
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
Der Grund: Polzin erwartet von seinen Stürmern, dass sich diese auch im Spiel gegen den Ball einbringen und die erste Pressinglinie bilden. Der großgewachsene, aber nur bedingt antrittsstarke Glatzel fällt in diesem Bereich gegenüber seinen Konkurrenten Ransford Königsdörffer und Damion Downs merklich ab. Dementsprechend selten steht er in dieser Saison auf dem Platz.
Sein jüngstes Interview in der Mopo dürfte die Chancen auf regelmäßige Einsatzzeiten nicht gerade gesteigert haben. Ganz im Gegenteil: Gegen den BVB gehört Glatzel nicht einmal mehr zum Kader! Es ist der vorläufige Tiefpunkt einer einstigen Liebesbeziehung, die im Sommer endgültig zu Ende gehen dürfte.

