Der HSV empfängt am Sonntagabend zur ungewohnten Anstoßzeit von 19.30 Uhr RB Leipzig. Der Termin bereitet den Fans allerdings keine Freude.
Insbesondere Gästeanhänger geraten in Schwierigkeiten. Im Leipziger Fall – RB nutzte nur rund 2.000 der 5.700 zur Verfügung stehenden Karten – werden die Fans erst tief in der Nacht die Heimat erreichen. Eine Abreise mit dem Zug gestaltet sich noch komplizierter. Eine Ankunft in Leipzig wäre nicht vor 6.00 Uhr möglich. Darüber hinaus sind auch viele Hamburger Fans betroffen. Denn sie stammen nicht allesamt aus der Hansestadt, sondern nehmen teilweise auch für Heimspiele weite Strecken auf sich.
Dementsprechend wenig angetan von der Terminierung durch die DFL zeigte sich Simon Philipps vom HSV Supporters Club, der rund 90.000 Mitglieder vertritt. „Die DFL hat den Sonntagabendslot eingeführt, um Vereine mit Europapokal-Belastung zu entlasten – das war das Versprechen. Was als sinnvolle Ausnahme gedacht war, wird nun schrittweise zu einem festen dritten Sonntagsspiel ausgebaut, völlig unabhängig davon, ob ein Verein überhaupt europäisch spielt“, betonte er im Gespräch mit dem Abendblatt.

HSV Supporters Club verweist auf ursprünglichen Grund für späten Sonntagstermin
„Wir spielen bereits zum zweiten Mal zu dieser Uhrzeit gegen einen Gegner ohne jede Europapokal-Belastung – das ist frech“, so Philipps weiter mit Blick auf den HSV. „Die Anstoßzeit ist fanunfreundlich, familienunfreundlich und bei Auswärtsspielen gefährlich, denn am Ende bedeutet es, dass sich Tausende Menschen mitten in der Nacht auf die Autobahnen machen müssen. Am Ende leiden die Menschen, die den Fußball erst lebenswert machen – die Fans auf den Rängen. Das lassen wir uns nicht gefallen.“
Bereits im Auswärtsspiel bei Union Berlin, das ebenfalls sonntags um 19.30 Uhr angepfiffen wurde, taten die HSV-Unterstützer ihren Unmut kund. „Lügner, Heuchler, Fußballfeinde“, stand auf während der Partie hochgehaltenen Spruchbändern. Die DFL ging gelassen mit der Kritik um. Auf Abendblatt-Nachfrage habe sie mitgeteilt, dass die Sonntagsspiele nicht nur unter den international vertretenden Vereine aufgeteilt werden, da das aus ihrer Sicht nicht gerecht wäre. Das Ziel sei eine gerechte Verteilung der Sonntagsspiele im Laufe der Saison.
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Beim Hamburger Kontrahenten aus Leipzig dürfte die Aussage für Ärger sorgen. Denn schon in zwei Wochen muss er erneut auswärts um 19.30 Uhr antreten und dabei zum Gastspiel beim VfB Stuttgart sogar eine noch weitere Strecke auf sich nehmen. Der HSV dagegen kann sich danach auf drei Samstagsspiele am Stück freuen.
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