Robert Glatzel spielte im bisherigen Saisonverlauf nur eine untergeordnete Rolle. Beim Heimerfolg gegen Union Berlin rückte er aber in den Blickpunkt.
Erst zum zweiten Mal in der laufenden Spielzeit gehörte der Angreifer nämlich der Startelf an und wusste seine Chance zu nutzen. Glatzel, der auch von der Erkältung des ohnehin formschwachen Damion Downs profitierte, brachte es zwar auf nur 17 Ballkontakte, rieb sich aber in vielen Zweikämpfen mit der Berliner Dreierkette auf. Darüber hinaus bereitete er das 1:1 von Ransford Königsdörffer mit einem überlegten wie ideal getimten Zuspiel vor.
„Es war ein sehr gelungener Tag. Nach so einer Phase kann ich zufrieden sein“, so der nach 72 Minuten für Yussuf Poulsen weichende Glatzel. Zuvor begann er nur gegen den VfB Stuttgart (2:1), wo er in der Anfangsphase direkt das 1:0 erzielte, wenig später aber verletzungsbedingt ausschied. Einen erneutes frühes Verlassen des Spielfelds wollte der 32-Jährige vermeiden: „Beim Aufwärmen habe ich noch gedacht, dass ich nicht von der ersten Minute alles abreißen will. Im Spiel denkt man dann aber keine Sekunde mehr daran.“
Glatzel sehnt sich nach mehr Spielzeit
Letztlich wies Glatzel erneut nach, dass er dem HSV auch auf Bundesliga-Niveau weiterhelfen kann. „Ich wusste, was mich erwartet. Unions Spielweise kann man schon als Championship-Fußball beschreiben. Das hat mich daran erinnert“, berichtete der einst bei Cardiff City in der englischen Zweitklassigkeit aktive Mittelstürmer, der mit seiner körperlichen Präsenz rund um den Strafraum den Gästen Probleme bereitete.
In der laufenden Saison baute Trainer Merlin Polzin nur selten auf die Fähigkeiten von Glatzel, der im Ligabetrieb erst 225 Einsatzminuten sammelte. „Es tut mal mehr, mal weniger weh. Ich versuche einfach die Situation so gut wie möglich anzunehmen, mich zu zeigen und dann liegt es am Trainer, wie er sich entscheidet. Aber natürlich will ich gerne öfter spielen“, betonte der gebürtige Münchener.
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Aufgrund der wenigen Nominierungen beschäftigte sich Glatzel zwischenzeitlich mit einem Abgang Der belgische Traditionsklub RSC Anderlecht zeigte Interesse. Doch ein Wechsel kam nicht zustande. „Ich habe mir schon Gedanken gemacht, weil ich grundsätzlich immer spielen will. Das war in der Hinrunde nicht der Fall. Aber ich wollte nicht all das, was ich mir hier aufgebaut habe, weggeben“, erklärte Glatzel. Beim HSV steht er nach 144 Pflichtspielen bei 82 Toren – und will auch zukünftig versuchen die starke Quote, durch Tore in Liga eins aufrechtzuerhalten.
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