Zu Beginn der Saison herrschten mit Blick auf den HSV-Kader noch einige Fragezeichen. Bei manchen Transfers wurde leise Kritik hörbar. Mittlerweile dürften aber auch die skeptischsten Beobachter erkannt haben, dass die Bosse in der Kaderplanung vieles richtig gemacht haben.
Da wäre zum Beispiel die Leistungssteigerung von Bilal Nadir gegen den VfB Stuttgart, dessen Verpflichtung in den ersten Saisonwochen immer wieder infrage gestellt worden war. Und auch, dass Miro Muheim den Verein nicht wie mutmaßlich zunächst angedacht verlassen hat, dürfte nach seinen zwei goldenen Toren niemand mehr bemängeln.
Gerade die zahlreichen Verletzungen von unter anderem Kapitän Nicolai Remberg, Albert Grönbaek, Patson Daka und Terem Moffi zeigten während der ersten sechs Spieltage die Bedeutung eines breiten Kaders auf. Trainer Merlin Polzin benötigt in der Tat fast sämtliche Profis.
Polzin lobt seinen HSV-Kader
Dafür lobte er am Dienstag die Verantwortlichen rund um Sportvorständin Kathleen Krüger, Sportdirektor Claus Costa und Kaderplaner Sebastian Dirscherl. Das geht aus einem Bericht vom Hamburger Abendblatt hervor. „Ich bin sehr froh über die Qualität, die wir grundsätzlich im Kader haben. Er ist toll zusammengestellt worden und gibt mir als Trainer viele Möglichkeiten trotz der vielen Verletzungen, die wir zu beklagen haben“, wird der Übungsleiter zitiert.
Polzin musste in dieser noch jungen Spielzeit bereits kreativ werden – und das dürfte auch so weitergehen. Wenn es keine Verletzungen sind, bestimmen Englische Wochen und die damit notwendige Belastungssteuerung die Notwendigkeit zur Rotation.
So auch in den kommenden Tagen: Nach dem Bundesliga-Duell gegen den SC Paderborn (Samstag, 15:30 Uhr) geht es für die Rothosen am Dienstagabend gegen Eintracht Frankfurt (18:00 Uhr) im DFB-Pokal zur Sache.
Zwei HSV-Profis als Verlierer des Transfersommers
Es gibt jedoch einen Profi, der beim HSV trotz Rotation nicht zum Zuge kommt: Immanuel Pherai befindet sich auf dem sportlichen Abstellgleis, nachdem ein Wechsel im Sommer nicht zustande kam.

Ein anderer Profi hatte im Sommer hingegen rechtzeitig den Absprung geschafft. Rayan Philippe verließ den HSV nach einer guten Vorbereitung und der festen Verpflichtung von Fábio Vieira. Per Leihe ging es für ihn zum SC Paderborn. Am Samstag kommt es nun zum Wiedersehen nach dem Abschied auf Zeit.
Polzin schwärmte am Dienstag von Philippe und bezeichnete ihn als „unglaublichen Spieler“ mit einem tollen Charakter. Auf dem Feld sei er mit seinen Waffen ein toller Akteur. Das habe er bereits in der Vorbereitung gezeigt. Trotzdem ließ der HSV den Linksfuß ziehen.
„Die Situation hat sich durch den kurzfristigen Wechsel von Fabio Vieira verändert. Wir haben offen darüber gesprochen, dass sich seine Spielzeit voraussichtlich nicht erhöhen, sondern ein weiterer Konkurrent dazukommen wird. Dann haben wir mit Paderborn eine super Lösung gefunden“, erklärte Polzin den Last-Minute-Wechsel.

