Der HSV muss monatelang auf Kapitän und Schlüsselspieler Nicolai Remberg verzichten. Für Merlin Polzin beginnt die Suche nach einem Ersatz.
Der auf dem Papier wohl naheliegendste Kandidat ist Kofi Amoako. Im Sommer kam der 21-Jährige für rund zwei Millionen Euro von Dynamo Dresden. In den ersten fünf Pflichtspielen blieb er jedoch ohne Einsatzminute und fehlte teilweise sogar im Spieltagskader. Erst im Test gegen den FC Kopenhagen (2:0) gelang ihm mit einem sehenswerten Treffer zum 1:0 der persönliche Befreiungsschlag. „Mein Kopf ging ab“, beschrieb Amoako danach seine Emotionen. Offen räumte er ein, dass ihn die ungewohnte Reservistenrolle beschäftige.
Nun könnte sich seine Situation grundlegend ändern. In Sinsheim wurde Amoako in der Schlussphase eingewechselt und leistete so seinen Anteil zum emotionalen 3:2-Erfolg. Dass Polzin nach der Verletzung von Remberg zunächst Miro Muheim brachte, überraschte einige HSV-Fans. Der Schweizer hatte defensiv große Probleme, entschied die Partie mit einer Vorlage und dem späten Siegtreffer aber maßgeblich mit. Als dauerhafte Lösung dürfte er wegen seiner Schwächen in der Arbeit gegen den Ball dennoch kaum infrage kommen.

HSV: Hat die Amoako-Stunde geschlagen?
Amoako dagegen wurde gezielt als Alternative für Remberg verpflichtet. Der Neuzugang verfügt über eine ähnliche Laufstärke und Zweikampfhärte. Mit dem Ball am Fuß muss der 21-Jährige zwar noch reifen, doch die Gelegenheit, sich nachhaltig zu empfehlen, dürfte in den kommenden Wochen und Monaten größer sein denn je.
Klar ist aber auch: Der Verlust von Remberg schwächt den HSV ganz entscheidend. So erklärte beispielsweise Polzin: „Er steht dafür, was den neuen HSV ausmacht.“ Auch Yussuf Poulsen weiß um die Herausforderung: „Wenn du deinen Kapitän und absoluten Anführer verlierst, wird es schwierig.“ Für Amoako könnte genau dieser Ausfall allerdings zur großen Chance werden. Nach einem holprigen Start liegt es nun an ihm, sie zu nutzen.

