Die sportliche Bilanz seiner Länderspielreise konnte sich durchaus sehen lassen. Doch was Immanuel Pherai mit Suriname in Guatemala erlebte, wird dem HSV-Profi wohl noch lange in Erinnerung bleiben.
Im abschließenden Duell der CONCACAF Nations League unterlag die surinamische Mannschaft mit 0:1. Das Ergebnis rückte allerdings völlig in den Hintergrund. Stattdessen sorgten rassistische Beleidigungen gegen mehrere Spieler der Gäste sowie tumultartige Szenen nach dem Schlusspfiff für Schlagzeilen.
Nach seiner Rückkehr zum HSV sprach Pherai erstmals ausführlich über die Vorfälle. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, erklärte der 25-Jährige in einer Medienrunde. Mit Blick auf die Ereignisse sagte er sogar: „Wenn man die Begleitumstände bewertet, war es das schlimmste Spiel in meiner bisherigen Karriere.“

Nach Pherais Schilderungen begannen die Probleme bereits vor dem Anpfiff. „Es gab schon am Vortag des Spiels erste Schikanen“, berichtete er und verwies darauf, dass Suriname nicht im Stadion trainieren durfte und vor dem Teamhotel in der Nacht Lärm gemacht wurde. Während er Pfiffe und Sticheleien noch als Teil eines hitzigen Auswärtsspiels einstufte, sei die Situation anschließend eskaliert. „Mit Pfiffen und Zwischenrufen bei unserer Nationalhymne wurde es dann aber unsportlich und respektlos“, sagte Pherai. Nach dem Anpfiff hätten außerdem Zuschauer wiederholt „Negro, Negro, Negro“ gerufen.
Nicht der erste Rassismus-Vorfall
Besonders schlimm wurde die Lage nach dem Platzverweis gegen Stürmer Richonell Margaret. Laut Pherai folgten „Beschimpfungen, Flaschenwürfe, Affengeräusche“. Die Spieler Surinames suchten daraufhin das Gespräch mit dem Schiedsrichter, der die Partie nach Ansicht des HSV-Profis „nicht ganz im Griff“ hatte.
Traurigerweise mussten die surinamischen Kicker einen derartigen Vorfall nicht zum ersten Mal über sich ergehen lassen. Bereits im vergangenen Jahr berichteten Trainer Stanley Menzo und Verteidiger Shaquille Pinas nach einem WM-Qualifikationsspiel in El Salvador von rassistischen Anfeindungen. Die FIFA reagierte damals mit Sanktionen gegen den Verband.
Nach den jüngsten Vorfällen meldete sich nun auch FIFA-Präsident Gianni Infantino zu Wort. Rassistische Beleidigungen seien „absolut inakzeptabel“, erklärte er in einer an USA TODAY Sports übermittelten Stellungnahme und betonte, dass im Fußball „kein Platz für Rassismus“ sei.

