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Nur die Raute » HSV: Die drei größten Gewinner des Saisonstarts
HSV News

HSV: Die drei größten Gewinner des Saisonstarts

Yannick Lassmann
Yannick Lassmann
2. Oktober 2026
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HSV
Foto: IMAGO

Die ersten Ligaspiele bereiteten dem HSV große Schwierigkeiten. Einzelne Spieler machten dennoch positiv auf sich aufmerksam.

Bis zum hart erarbeiteten 2:1-Erfolg über den 1. FC Köln drehten sich die Diskussionen jedoch vor allem über die von einer sehr wackligen Dreierkette ausgehenden defensiven Instabilität, die Harmlosigkeit im Angriffsspiel und die vielen Neuzugänge in der Startelf. Diese waren unumgänglich, gaben die Hanseaten zuvor nämlich ein teils verheerendes Bild ab und befanden sich nach drei Schlappen mit 0:12-Toren am Tabellenende.

Auch Leistungsträger wie Nicolai Remberg, Albert Sambi Lokonga oder der gegen Köln wiedererstarkte Nicolás Capaldo befanden sich im Formtief. Doch die ersten fünf Pflichtspiele lieferten auch einige Lichtblicke. Neben Neuzugang Zakaria El Ouahdi, der das Zeug zum Publikumsliebling besitzt, oder dem stets engagierten David Møller Wolfe überzeugten auch bereits länger zum Kader gehörende Akteure.

HSV: Heuer Fernandes festigt seinen Status

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist eine Redewendung, die eine sich ständig wiederholende Situation beschreibt. Mit diesem Gedanken könnte Daniel Heuer Fernandes in sein achtes Jahr beim HSV gegangen sein. Denn erneut musste sich der Schlussmann trotz starker Vorleistungen dem Kampf um die Nummer eins stellen. Nachdem er bereits den aktuell bei der Reserve trainierenden Julian Pollersbeck, Sven Ulreich, Matheo Raab oder Daniel Peretz überlebt hatte, wartete mit Sander Tangvik, der zum Abschluss der abgelaufenen Spielzeit in Leverkusen ein Ausrufezeichen setzte, der nächste hoch eingeschätzte Herausforderer.

Der Norweger – fester Bestandteil des Kaders beim WM-Viertelfinalisten – bekam jedoch nur das Pokalspiel gegen Verl. Im Ligabetrieb erhielt Heuer Fernandes den Zuschlag und musste binnen 270 Minuten gleich zwölfmal hinter sich greifen. An der Gegentorflut war er allerdings nicht entscheidend beteiligt, verhinderte in Dortmund sogar noch eine höhere Niederlage.

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Gegen Köln stach der erst im Sommer bis 2028 gebundene 33-Jährige heraus, indem er sich mehrfach einem Rückstand entgegenstellte. Besonders in Erinnerung bleibt sein Reflex gegen einen Kopfball von Thijs Dallinga aus kurzer Distanz. Wenige Minuten später gelang Capaldo das Führungstor und ebnete den Weg zum Hamburger Befreiungsschlag. Dieser wäre ohne den abermals sehr gut aufgelegten Heuer Fernandes, der seinen Status als Stammtorhüter festigte, wohl ausgeblieben.

Louis Lemke: Auf Anhieb etabliert

Wenn man einen Gewinner der Vorbereitung hätte benennen müssen, wäre der Name von Louis Lemke zweifellos in Betracht gezogen worden. Der 16-Jährige unterstrich anschließend, dass er seine überzeugenden Auftritte aus den Testspielen keine Eintagsfliege waren. In Verl gab er sein Startelf-Debüt und steuerte prompt eine Vorlage sowie den Treffer, womit Lemke zum jüngsten Pflichtspiel-Torschützen der Vereinsgeschichte avancierte, zum 3:0-Endstand bei.

Schon eine Woche später durfte er sich im Dortmunder Westfalenstadion – mit über 81.000 Plätzen eine der größten Bühnen des deutschen Fußballs – beweisen. Dabei gab der Linksverteidiger ebenfalls eine ordentliche Figur ab, beschränkte sich nicht nur auf seine Defensivaufgaben, sondern setzte mit zunehmender Spielzeit auch offensive Akzente. Dementsprechend fand sogar Sky-Experte Lothar Matthäus lobende Worte für den Hamburger Shootingstar.

Louis Lemke
Foto: IMAGO

Trotz der beachtlichen Darbietungen verlor er seinen Stammplatz am frisch aus Wolverhampton ausgeliehenen Møller Wolfe, erhielt gegen Mainz nur wenige Einsatzminuten und blieb in Leipzig sogar komplett außen vor. Spielpraxis sammelte Lemke stattdessen in der Regionalliga-Mannschaft. In der Bundesliga meldete er sich aber schnell zurück und trug als Joker gegen Köln zum ersten Saisonsieg bei, was verdeutlichte, dass das Supertalent in den Plänen von Polzin weiter eine gewichtige Rolle spielt.

Für Poulsen ist noch lange nicht Schluss

Dass Yussuf Poulsen ebenfalls eine gewichtige Rolle spielt, war vor Saisonbeginn nicht unbedingt absehbar. Zu häufig stand ihm nach seiner Ankunft im Sommer 2025 der Körper im Weg. So erschien es folgerichtig, dass der nur in 16 von 37 Pflichtspielen zum Zug gekommene Däne die Kapitänsbinde an Remberg weiterreichen musste. Dank dosierter Belastung blieb er aber die gesamte Vorbereitung über gesund und ging spielfit in die Saison.

Zunächst musste sich Poulsen hinter Patson Daka einreihen, ehe er am dritten Spieltag an alter Wirkungsstätte in Leipzig erstmals beginnen durfte. Dabei blieb trat der Angreifer nicht nennenswert in Erscheinung und musste schon zur Pause wieder raus. Am Wochenende darauf schlüpfte er wieder in die Jokerrolle, und zwar mit wesentlich größerem Erfolg.

Yussuf Poulsen
Foto: IMAGO

Poulsen übernahm von Terem Moffi, der aktuell noch ein wenig mit der Bundesliga fremdelt, und drückte dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln seinen Stempel auf. Keine fünf Zeigerumdrehungen nach seiner Einwechslung erzielte er das wegweisende 2:0. Es war eine der leichteren Übungen für den Routinier, der die Erfahrung aus 251 Bundesliga-Einsätzen mitbringt.

Eindrucksvoller war sein Auftreten außerhalb des Strafraums. Poulsen leitete das Pressing an und fungierte im Ballbesitz als Zielspieler. Immer wieder behauptete er das Spielgerät gegen mehrere Kölner, schon dabei die gegnerischen Innenverteidiger robust zur Seite und zog zudem den ein oder anderen Freistoß. Sollte der von dem ein oder anderem Beobachter schon abgeschriebene Poulsen diese Form aufrechterhalten, ist er aus der Startelf kaum wegzudenken.

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