Nach dem erlösenden ersten Saisonsieg darf der HSV erst einmal verschnaufen. Es wartet eine dreiwöchige Länderspielpause.
Eigentlich hätte Merlin Polzin die Zeit gerne genutzt, um mit seiner neu zusammengestellten Mannschaft weiter an Abläufen und der nötigen Feinabstimmung zu arbeiten. Stattdessen muss der HSV-Coach in den kommenden Tagen aber auf gleich acht Profis verzichten.
Torhüter Sander Tangvik und Linksverteidiger David Møller Wolfe wurden für Norwegen nominiert und treffen in der Nations League unter anderem auf Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo. Zudem kommt es zum direkten HSV-Duell mit Albert Grønbaek, der für Dänemark berufen wurde.
Auch Zakaria El Ouahdi und Patson Daka sind unterwegs. Während der marokkanische Rechtsverteidiger in der Qualifikation für den Afrika-Cup gefordert ist, geht Nationalheld Daka für Sambia an den Start. Innenverteidiger Warmed Omari gehört erneut zum Aufgebot der Komoren. Zwei Hamburger Youngster dürfen sich ebenfalls beweisen: Otto Stange steht erstmals im Kader der deutschen U20-Nationalmannschaft. Shootingstar Louis Lemke reist mit der U19 zum Fünf-Nationen-Turnier nach Spanien.

HSV ist „stolz“ auf seine Nationalspieler
Für Polzin ist die Situation ein zweischneidiges Schwert. Einerseits fehlen ihm wichtige Spieler in einer Phase, in der die Mannschaft nach dem schwierigen Saisonstart eigentlich jede gemeinsame Trainingseinheit gebrauchen könnte. Andererseits überwiegt für ihn der Stolz auf die Entwicklung des Klubs.
Dass inzwischen acht HSV-Profis auf Länderspielreise gehen, wertet Polzin auch als Zeichen für die gewachsene Qualität des Kaders. „Wir sind auch stolz drauf, dass der HSV wieder zahlreiche Nationalspieler hat. Das waren mal zwei oder drei. Jetzt ist es eine deutlich größere Zahl.“
Tatsächlich hätte der Klub sogar noch deutlich mehr Spieler verlieren können. Mit Miro Muheim (Schweiz), Terem Moffi (Nigeria) und Yussuf Poulsen (Dänemark) bleiben drei Akteure im Volkspark, die in der jüngeren Vergangenheit immer mal wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen hatten. Andere Kandidaten wiederum verpassten eine Nominierung. So blieb eine Berufung von Nicolai Remberg (Deutschland), Bilal Nadir (Marokko) und Nicolas Capaldo (Argentinien) erwartbar aus.

