Die zweite Bundesliga-Saison nach dem Aufstieg gilt oft als die schwierigere. Und auch wenn diese Annahme nur bedingt der statistischen Realität entspricht, weiß man beim HSV, dass der Klassenerhalt aus der vergangenen Spielzeit keine Garantie für eine sorgenfreie Zukunft ist.
Zur Erinnerung: Die Rothosen beendeten ihr erste Bundesliga-Saison nach sieben Jahren Zweitklassigkeit mit 38 Punkten auf Rang 13. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz betrug am Ende komfortable neun Zähler. Dennoch verlor der HSV im Sommer einige wichtige Säulen. Neben Abwehrchef Luka Vuskovic verabschiedeten sich auch Robert Glatzel und Ransford Königsdörffer. Ob Unterschiedsspieler Fabio Vieira in den Volkspark zurückkehrt, ist hingegen noch offen.
Zum Kreis der Abstiegskandidaten zählt TV-Experte Dietmar Hamann die Hamburger jedoch ausdrücklich nicht. Bei der Saisoneröffnung von Sky wurde der frühere Nationalspieler nach seinen drei Absteigern gefragt und legte sich fest: „Werder Bremen, Elversberg, Paderborn.“ Den HSV erwähnte der 52-Jährige nicht.

Auch Simon Terodde blickt optimistisch auf die kommende Spielzeit. Der ehemalige HSV-Torjäger sieht die Hanseaten im Vergleich zu anderen Konkurrenten gut aufgestellt. Der Klub sei in der Vorbereitung „einen Schritt weiter“ als etwa der 1. FC Köln. Gleichzeitig erkennt er aber noch eine Baustelle im Kader. Nach dem Abgang von Glatzel fehle weiterhin eine physische und groß gewachsene im Sturm. „Vorn muss definitiv nachgelegt werden“, forderte Terodde.
HSV: Hamann hat Zweifel wegen Polzin-Verlängerung
Abseits der tabellarischen Prognosen äußerte sich Hamann auch zur bislang ungeklärten Vertragsfrage von Cheftrainer Merlin Polzin. Obwohl er die Arbeit des HSV-Coachs ausdrücklich lobte – „Er hat es wunderbar gemacht, das hat ihm keiner zugetraut“ –, sieht er keine Eile bei einer Verlängerung. „Man muss ja nicht alles überstürzen“, sagte Hamann und warnte vor langfristigen Verträgen, falls der Klub später doch reagieren müsse.
Seine Gesamteinschätzung zum HSV fällt dennoch positiv aus. Polzin sei „unheimlich entspannt“, könne in entscheidenden Momenten aber auch „den Hebel umsetzen“. Für Hamann ist das Grund genug, die Norddeutschen außerhalb der Abstiegsränge zu tippen.

