Achtungserfolg für den HSV: Nach einem 135-minütigen Test gegen den OSC Lille dürfen sich die Hanseaten über ein leistungsgerechtes 2:2 freuen.
Dabei begann der Test aus HSV-Sicht denkbar ungünstig: Die Gäste aus Nordfrankreich nutzen einen folgenschweren Fehlpass von Jordan Torunrigha am eigenen Sechzehner gnadenlos aus und gingen durch Hákon Arnar Haraldsson früh mit 0:1 in Führung (4.). Die Rothosen hatten an diesem Rückstand allerdings nicht lange zu knabbern. Gegen weitgehend passive „Doggen“ übernahmen sie schnell einen großen Teil der Spielkontrolle. Einzig und allein der Ertrag in Form von hochkarätigen Tormöglichkeiten fehlte.
Doch es gab zwei Ausnahmen: Nach einer Kombination über mehrere Stationen kamen Yussuf Poulsen und Martin Adeline nacheinander zum Abschluss. Insbesondere Adeline hätte per Abstauber aus kurzer Distanz eigentlich zum Ausgleich treffen müssen (12.). Kurz vor dem ersten Pausenpfiff besaß Sambi Lokonga aus der zweiten Reihe eine weitere Top-Chance (42.).
HSV muss heftigen Rückschlag verkraften
Im zweiten Spieldrittel wendete sich dann das Blatt. Lille hatte nun wesentlich mehr vom Ball, der HSV wiederum agierte defensiver. Insgesamt taten die zahlreichen Wechsel dem Spielfluss in dieser Phase nicht gerade gut. Chancen auf beiden Seiten gab es trotzdem: Der gerade erst eingewechselte Otto Stange scheiterte kurz nach dem Wiederanpfiff an Gästekeeper Berke Özer (47.). Auf der Gegenseite war HSV-Schlussmann Sander Tangvik in starker Manier bei einem Abschluss von Basar Önal zur Stelle (67.). Richtig bitter: Sowohl Albert Grønbaek als auch Torunarigha (beide 55.) mussten den Platz verletzungsbedingt verlassen.

Die Spielfreude ließ sich der HSV davon jedoch nicht nehmen. Ganz im Gegenteil: Insbesondere im letzten von insgesamt drei Spielabschnitten drehten die Norddeutschen noch einmal auf und waren die klar tonangebende Mannschaft. Nur folgerichtig drehten sie auch das Spiel. Erst traf Rayan Philippe mit einem direkt verwandelten Freistoß zum 1:1 (98.), ehe Publikumsliebling Stange kurz darauf sogar die Führung besorgte (113.). Patson Daka (107.,111.) und Philippe (117.) vergaben weitere hochkarätige Torchancen.
Diese Nachlässigkeit sollte sich rächen. Nach langer Verschnaufpause setzte Lille zur Schlussoffensive an und zwang den eingewechselten Daniel Heuer Fernandes zu gleich mehreren herausragenden Paraden. Gegen einen Kopfball von Soriba Diaoune war der Deutsh-Portugiese allerdings machtlos (127.). Letztlich trennten sich beide Mannschaften leistungsgerecht mit 2:2.
Hamburger SV – OSC Lille 2:2 (0:1, 0:1)
HSV: Tangvik (90. Heuer Fernandes), Jatta (85. Sahiti), Capaldo (77. Nandja), Torunarigha (55. Bissi-Mouelle), Omari (90. Elfadli), Lemke (90. Muheim), Remberg (90. Amoako), Lokonga (46. Stange, 132. Ojo), Adeline (77. Philippe), Grønbaek (55. Pherai), Poulsen (46. Daka, 123. Sedlatschek)
Lille: Özer (90. Bodart), Santos (90. Srdanovic), Ngoy (46. Cossier), Alexsandro (90. Gounfissi), Perraud (68. Verdonk), Bentaleb (11. Bouaddi, 46. André), Mukau (90. Sahraoui), Haraldsson (46. Perrin), Diaoune (46. Edjouma), Önal (69. Correia), Giroud (90. Diaoune)
Tore: 0:1 Haraldsson (4.), 1:1 Philippe (98.), 2:1 Stange (113.), 2:2 Diaoune (127.)

