Felix Nmecha zählt bislang zu den großen Gewinnern der WM 2026. Vor dem letzten deutschen Gruppenspiel gegen Ecuador steht der Mittelfeldspieler mehr denn je im Mittelpunkt. Er besitzt eine überraschende Verbindung zum HSV.
Während viele Augen auf Jamal Musiala, Florian Wirtz oder Deniz Undav gerichtet sind, liefert Nmecha ein herausragendes Turnier ab. Beim 7:1-Auftaktsieg gegen Curaçao erzielte der 25-Jährige das erste deutsche Tor dieser WM und ebnete damit den Weg zum späteren Kantersieg.
Auch beim 2:1-Erfolg über die Elfenbeinküste gehörte Nmecha zu den prägenden Akteuren. Mit seiner seltenen Kombination aus Größe, Physis und Tempo stoppte er zahlreiche vielversprechende Gegenstöße der Ivorer. Kurz vor Schluss setzte er dann den entscheidenden Akzent: Mit einem präzisen Pass leitete er den Siegtreffer von Deniz Undav in der Nachspielzeit ein.
Schon jetzt scheint klar, dass Nmecha im weiteren Verlauf des Turniers nicht mehr aus der DFB-Startelf zu verdrängen sein wird. Wenn überhaupt könnte Bundestrainer Julian Nagelsmann dem Dortmunder im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel gegen Ecuador (Donnerstag, 22.00 Uhr) eine Pause verschaffen. Deutschland steht bereits vorzeitig als Sieger der Vorrundengruppe E fest.

HSV gegen St. Pauli: Die Familie Nmecha war gespalten!
Auch aus HSV-Sicht ist Nmechas rapider Aufstieg interessant. Der Achter wurde in Hamburg-Altona geboren und verbrachte dort einen Teil seiner Kindheit. Bevor die Familie nach England zog und Nmecha in der Nachwuchsakademie von Manchester City ausgebildet wurde, lernte er das Kicken im Herzen der Hansestadt.
„Mein Bruder und ich haben immer auf der Straße Fußball gespielt“, erinnerte sich Nmecha vor wenigen Monaten, als er mit dem BVB in der Bundesliga auf den HSV traf. Besonders bemerkenswert: In Sachen Vereinsliebe schlug sein Herz schon damals für die Rothosen. „Ich war immer Hamburg, mein Bruder war mehr St. Pauli“, verriet der Mittelfeldspieler. Die Rivalität ging sogar so weit, dass beide Brüder unterschiedliche Trikots ihrer Lieblingsvereine besitzen wollten.
Bei aller Sympathie zum HSV und seinen momentan herausragenden Leistungen: Ganz unumstritten ist Nmecha nicht. Der Nationalspieler geriet in der Vergangenheit wegen über seinen Social-Media-Kanäle verbreiteter homophober Inhalte in die Kritik. Anfang des Jahres beschäftigte sich auch ein Treffen queerer Fußball-Fangruppen im Volksparkstadion mit dem Thema. Dieser Aspekt sollte zumindest nicht unerwähnt bleiben.

